Digitalisierung, Marketing-Strategien mit Online Marketing, Content Marketing, Social Media
19 August 2017

Was ist Digital Marketing?



Was ist Digital Marketing? Digital Marketing engagiert sich mit den Zielkunden auf Basis elektronischer Geräte, z. B. Computer, PCs, Smartphones, Handys und Tablets. Digital Marketing nutzt Anwendungen, Technologien und Plattformen wie Websites, E-Mail, Apps und soziale Netzwerke. Viele Organisationen kombinieren traditionelle und Digital-Marketing-Instrumente. Der Beitrag gibt einen Überblick über Digital Marketing mit Historie, Definition, Wirkungsweise, Strategien.

Definition: Digital Marketing

„Digital Marketing” fasst viele unterschiedliche Instrumente und Methoden mit digitaler Technologien zusammen. Die Disziplin als Querschnittsfunktion zwischen Digital-Technologie und Marketing-Anwendung benötigt zum optimalen Einsatz relevante Erkenntnisse, Verfahren und Methoden aus beiden Welten: Digital und klassisches Marketing. Im Digital Marketing können Konzepte wie Blog-, Content- und Social-Media-Marketing verbunden werden, siehe Abbildung.

Digital Marketing

Abgrenzung zum Online-Marketing

Digital Marketing wird in Deutschland oft als "Online-Marketing" bezeichnet. Social-Media-Marketing ist ein Bestandteil im Digital Marketing. Im deutschen Sprachgebrauch sind Synonyme wie Online-Marketing, Social-Media-Marketing und Affiliate Marketing geläufig. Der Begriff "Digital Marketing" ist jedoch im Sprachgebrauch weltweit bereits etabliert.

Entwicklung: Digitalisierung im Marketing

Digitalisierung ist ein Treiber für Veränderungen im Marketing. Die folgende Matrix beschreibt die Marketing-Entwicklung vom produktorientierten Marketing 1.0 über das verbraucherorientierte Marketing 2.0 und das beziehungsorientierten Marketing 3.0 bis hin zum Marketing 4.0. 

Digitaler Marketing Wandel Marketing 40 Hilker Consulting
  1. Marketing 1.0 bezeichnet den Ursprung und die Kernkompetenz des Marketings, der auf dem Produkt liegt. Darauf sind die Marketingaktivitäten ausgerichtet, so dass der Markt im Zentrum steht (ab ca. 1950er-Jahre).
  2. Mit dem Marketing 2.0 verschiebt sich der Schwerpunkt zum Konsumenten. Unternehmen positionieren sich in Abgrenzung zueinander, weil der Konsument selbstbewusster wird. Dieses Consumer-Marketing ist bis heute im weiten Teilen der Branche der Kern im Marketing (ab ca. 1970er-Jahre).
  3. Mit dem Marketing 3.0 rückt der Mensch in den Mittelpunkt. Das Kundenmanagement mit Menschenzentrierung prägt das Marketing (ab ca. 1980er-Jahre).
  4. Marketing 4.0 beschreibt ab etwa den 2010er-Jahren eine Phase des Marketings, die die Digitalisierung und im Anschluss an Philip Kotler zugleich die Menschenzentrierung in den Mittelpunkt stellt. Der Kern im Marketing 4.0 wird vom Trend der Industrie 4.0 abgeleitet, der mit dem Fortschritt der Digitalisierung gekennzeichnet wird.

Lesen Sie mehr dazu im Beitrag: Marketing 4.0: Marketing im digitalen Zeitalter.

Ausgaben für Digital Marketing

Die Investitionen in Digital Marketing steigen: Im Jahr 2017 beliefen sich die Investitionen in digitale Werbung in Europa auf rund 48 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Zehn Jahre zuvor waren es erst 9,3 Milliarden Euro. Die folgende Statistik zeigt die Höhe der Ausgaben für digitale Werbung in Europa in den Jahren 2006 bis 2017.

Digital Marketing Investitionen

Historie: Digital Marketing

Ab 2010 wurde Digital Marketing als effektiver Ansatz entwickelt, damit Unternehmen Kunden-Beziehung mit Tiefe und Relevanz erzielen. Dabei umfasst Digital Marketing viele unterschiedliche Instrumente, siehe Abbildung.

Digital Marketing Entwicklung.png

Digital Marketing: Wirkungsweise und Ziele

Mit Digital Marketing verfolgen Unternehmen das Ziel, neue Kunden zu gewinnen. Über Online Werbung und interaktive digitale Touchpoints wird die Aufmerksamkeit des Interessenten geweckt. Durch Differenzierung und strategische Positionierung baut das Unternehemen online Vertrauen und Engagement auf. Durch Social Media Marketing erfolgt die digitale Vernetzung mit dem Interessenten. Hochwertige Inhalte im Content Marketing werden bedarfsorientiert verbreitet mit Inbound Marketing, um Lead zu gewinnen, siehe folgende Abbildung.

Sales Funnel.png

Digital Marketing Strategie für Unternehmen

Gartner zeigt mit seiner Infografik "Digital Marketing Transit Map" Unternehmen differenzierte Strategien für Digital Marketing auf. Dabei werden die Silos der Abteilungen durch ganzheitliche Prozesse vernetzt. Die Regionen auf dem Gartner-Netzplan entsprechen den funktionalen Abteilungen im Unternehmen.

Die Linien zeigen die gemeinsame Ziele auf und verbinden die Abteilungen. Haltestellen sind Interaktionspunkte mit Kategorien für Plattform- und punktuelle Lösungen. Wo sich die "Linien" kreuzen, gibt es "Umsteigebahnhöfe", an denen die Lösungen mehreren Geschäftsbereichen nützen können. Eine interaktive Variante des Netzplans gibt es auf der Webseite von Gartner. Lesen Sie mehr dazu im Beitrag über Strategien für Digital Marketing. 

Digitales Marketing

Digital Marketing: Zehn Strategie-Ansätze

Bestandteile im Digital Marketing sind unter anderem folgende strategische Ansätze.

  1. Segmentierung: im digitalen Marketing wird Fokus auf die Segmentierung gelegt.
  2. Omni-Channel-Management: Mit Social CRM erfolgt die Kunden-Kommunikation kanalübergreifend in Echtzeit-Kommunikation gestalten.
  3. Content-Marketing: SEO-orientierte und Kunden-zentrierte Themen werden von Unternehmen online bereitgestellt, um darüber neue Kunde zu gewinnen.
  4. Crossmedia-Kommunikation: Push-und Pull-Technologien können kombiniert werden, z.B. wenn eine E-Mail-Kampagne einen Banner oder Link zu einem Download-Inhalte enthält.
  5. Influencer Marketing: Beeinflusser zu identifizieren ist ein wichtiges Konzept im digitalen Targeting, um sie über gezielte Maßnahmen zu erreichen.
  6. Online Behavioural Advertising: das Unternehmen sammelt Infos über die Online- Aktivitäten des Benutzers, um die Werbe-Anzeigen auf die Interessen anzupassen. 
  7. Collaborative Environment: Eine kollaborative Umgebung zwischen dem Internet-Nutzer und der Organisation kann Aufwände optimieren durch gemeinsame Nutzung von Ressourcen zur Wiederverwertbarkeit und Kommunikation, z.B. Self-Service-Communities.
  8. Datengesteuerte Werbung: Benutzer erzeugen jede Menge an Daten auf ihrem digitalen Weg der Customer Journey. Marken können diese Daten vertriebsorientiert verwenden.
  9. Remarketing: ermöglicht Vermarkter zielgerichtete Werbe-Anzeigen, wenn der Kunde bestimmte Produkte auf einer Website gesucht hat.
  10. Gaming: Markenprodukte wie Autos können Spiele integrieren und ihren Wert als Spielstatussymbol erhöhen.

Digital Marketing Nutzen für Unternehmen

Mit Digital Marketing können Unternehmen ihre Online-Performance verbessern. Im Zentraum steht die eigene Website.

Digitales Marketing

Video: Wie Digital Marketing in der Praxis gelingt

Erfolgsfaktoren zur digitalen Markenführung 

Die Markenführung hat sich im digitalen Zeitalter massiv verändert: Die Marke benötigt eine digitale Identität.

1.

Vielfalt schaffen: Konsistente Markenbotschaften in allen Kanälen, doch mit einer dem Medium angepassten On- und Offline-Kommunikation.
 
2.
Innovationen vorantreiben: Ein Online-Jahr dauert drei Monate, ein Social-Media-Jahr nur einen Monat. Wer nicht permanent innovativ ist und neue Kommunikationsformate nutzt, verliert Reichweite und Relevanz.
 
3.
Fehler tolerieren: Wer digitale Botschaften aussendet, sollte sich ein dickeres Fell zulegen. Kommunikationsstörungen und Missverständnisse werden in der Online-Welt sofort rückgemeldet.
 
4.
Zuhören: Mit dem Aussenden von Botschaften ist es nicht mehr getan. Egal welcher Stil und welcher Tonfall die Rückmeldungen im Social Web haben, Unternehmen müssen sich damit auseinandersetzen.
 
5.
Dialoge fördern: Im so genannten Mitmachnetz geht es um Interaktion mit den Usern.
 
6.
Loslassen: In digitalen Kanälen lassen sich Marken nicht mit einer rigiden Freigabepolitik führen. Denn ein Geschäftsführer kann nicht jeden Post oder Antworten auf Kommentare in sozialen Medien freigeben und muss seinen Mitarbeitern vertrauen.
Quelle: Deutsches Institut für Marketing
Fazit: Wer mit Digital Marketing online Kunden gewinnen und binden will, benötigt eine professionelle Website, am besten mit Corporate Blog und Content Marketing. Zudem sind Social-Media-Marketing und Suchmaschinen-Marketing (SEO / SEM) empfehlenswert. Außerdem sind Keyword-Analysen und Web-Analysen relevant, um beständig die Erfolge zu verbessern. Lesen Sie mehr dazu im kostenlosen Whitepaper "Digital Marketing".
 
 
 
 

 

  

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Tags: Digital Marketing, Strategie

Über Prof. Dr. Claudia Hilker

Prof. Dr. Claudia Hilker

Prof. Dr. Claudia Hilker lehrt Marketing an der Fresenius Hochschule. Als Unternehmensberaterin, Beirat und Aufsichtsrat begleitet sie Unternehmen im digitalen Wandel. Ihr qualifiziertes Team sorgt für die fachgerechte Umsetzung der Maßnahmen. Als Bestseller-Autorin schreibt sie Marketing-Fachbücher. Als Speaker spricht sie auf internationalen Events über die digitale Business Transformation.

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