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15 January 2020

The state of Fashion 2020: Die Mode Branche blickt besorgt ins neue Jahr



Die Stimmung in der Modebranche ist zurzeit von Angst und Sorge beherrscht. So lautet das Fazit der neuen Studie „The State of Fashion 2020“, die von der Unternehmensberatung McKinsey und The Business of Fashion (BoF) veröffentlicht wurde. 290 globale Führungskräfte teilen darin ihre Einschätzung für die Entwicklungen im Jahr 2020.

Herausforderungen der Mode Branche

Die Modebranche muss sich derzeit neuen Herausforderungen stellen. Einerseits bieten sich durch die Marktveränderungen durch die Digitalisierung mit der Entwicklung neuer Vertriebskanäle neue Umsatzmöglichkeiten und die Chance auf radikale Innovationen.

Andererseits verlangsamt sich das globale Wirtschaftswachstum und der Wettbewerb im Modemarkt ist intensiver denn je. Auch die sich ausweitende Klimadebatte erfordert neue Maßnahmen mit Investitionen in die Zukunft.

„Um in diesem Umfeld erfolgreich zu sein, müssen Unternehmen strategisch denken, ihre Entscheidungsfindung schärfen und die Finger am Puls der Kundennachfrage halten“, so die Autoren der Studie. Dabei muss es auch gelingen, global zu denken und lokal zu handeln, um den Vorlieben in verschiedenen Märkten und Kulturen gerecht werden zu können.

Wenig Aussicht auf Verbesserung

Der McKinsey Global Fashion Index (MGFI) prognostiziert, dass sich das Wachstum im Jahr 2020 auf drei bis vier Prozent verlangsamen wird und damit leicht unter der für 2019 prognostizierten Rate liegt. Auffallend ist, dass nur 9 Prozent der Befragten glauben, dass sich die Bedingungen im nächsten Jahr verbessern werden, verglichen mit 49 Prozent, die das gleiche im letzten Jahr sagten. Vor allem die optimistischen Stimmen aus Nordamerika und der Luxusbranche haben sich verflüchtigt – obwohl die Branche in den letzten Jahren wirtschaftlich aufgeholt hat.

Der Economic Profit wuchs 2018 zum zweiten Mal in Folge, nachdem er von 2012 bis 2016 kontinuierlich zurückgegangen war. Der Anstieg um 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr ist im Wesentlichen auf verbesserte operative Margen aufgrund von Kostensenkungen zurückzuführen. Die durchschnittliche Branchen-EBITA-Marge betrug 10,8 Prozent, ein Plus gegenüber 2017 und der höchste seit 2014.

Die Sieger sind: Nike, Inditex, LVMH

Nach Ansicht der Befragten sind die Aussichten für die Weltwirtschaft weniger rosig, was die Modebranche in Gewinner und Verlierer unterteilt. „Für eine exklusive Gruppe von ‚Super-Gewinnern‘ scheint die Sonne; durch den wirtschaftlichen Gewinn haben diese 20 Unternehmen 2018 mehr zum Branchenergebnis beigetragen als alle anderen zusammen“, heißt es in dem Report.

state of fashion 2020 super winners

Zu den Siegern gehören drei chinesische Neueinsteiger: Anta Sports, Heilan Home (HLA Corporation) und Lululemon. Sie reflektieren die Stärke der Sportbekleidung und den wachsenden Einfluss der chinesischen Spieler.

Im Luxusbereich verzeichnete Kering einen beeindruckenden Anstieg, der von Gucci's zweistelligem Umsatzwachstum und einer starken Performance in den asiatisch-pazifischen Märkten wie Japan getragen wurde. Diese führenden Unternehmen sind wertschöpfend und auch an der Spitze der Innovation. Sie sind auch am erfolgreichsten bei der Gewinnung von Finanzmitteln und Talenten, so die Studie.

Hidden Champions: KMU gewinnen Marktanteile

Neben den Aktiengesellschaften benennt die Studie eine Gruppe von „Hidden Champions“ zu den Gewinnern. Diese in Privatbesitz befindlichen Unternehmen dominieren oft ihre Kategorien und generieren erhebliche Umsätze.

Unter den bekannten Marken ist Chanel ein bedeutender Akteur mit einem Umsatz von mehr als zehn Milliarden Dollar, während Rolex eine der wenigen großen unabhängigen und privaten Luxusuhrenmarken ist. Am anderen Ende des Preisspektrums steht Primark, das sich zu einem starken Wettbewerber entwickelt hat.

Zehn Themen für die Fashion Branche 2020

Was wird die Branche in 2020 beschäftigen? Laut McKinsey Umfrage sind Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Innovation in aller Munde.

state of fashion 2020 ten themes

Nachhaltigkeit: Immer noch Nische

Wenn es um Nachhaltigkeit geht, gibt die Erfolgsbilanz der Branche weiterhin Anlass zur Sorge. Der Textilsektor verursacht immer noch sechs Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen und 10 bis 20 Prozent des Pestizidinsatzes. Waschmittel, Lösemittel und Färbemittel, die in der Produktion verwendet werden, sind für ein Fünftel der industriellen Wasserverschmutzung verantwortlich, und Mode macht 20 bis 35 Prozent der mikroplastischen Ströme in den Ozeanen aus.

Verbraucher fordern zunehmend Veränderungen. Laut McKinsey's 2019 Apparel Chief Purchasing Officer Studie hat sich die absolute Zahl der nachhaltigen Modeprodukte in den letzten zwei Jahren verfünffacht, obwohl sie nach wie vor gering ist. Laut YouGov-Studie kleiden sich nur 20 Prozent der Konsumenten "grün".

Wertschöpfungskette in der Fashion Branche als Prozess

Mit Blick auf die Zukunft gibt es mehr Forschung zu nachhaltigen Materialien und Technologien sowie zur Wertschöpfung. Dabei liegt der Fokus nicht mehr auf Transparenz, sondern auf echtes Engagement. Das sind großartige Neuigkeiten für Verbraucher und Unternehmen, die Nachhaltigkeit verwirklichen können. Angesichts der erforderlichen Investitionen bedeutet dies jedoch nervöse Zeiten für kleine und mittelgroße Spieler.

State of Fashion 2020 value chain

Nearshoring (Outsourcing in osteuropäische Länder) und Automatisierung sind strategische Entscheidungen für die zukünftige Produktion. Der Fußabdruck jedes Produkts sollte darauf basieren zwei Hauptkriterien zu erfüllen: Machbarkeit von Nearshoring und der wirtschaftliche Wert der Verkürzung der Vorlaufzeiten. Unternehmen sollten unterschiedliche finanzielle Modelle erstellen Szenarien, um Strategie-Alternativen optimal zu entwickeln.

Integrative Kultur mit Vielfalt in der Fashion Branche

2020 steht als Wendepunkt für eine integrative Mode Kultur, in der unterschiedliche Rassen, Geschlechter und sexuelle Orientierungen zunehmend in Organisationen und in Führungspositionen vertreten sind.

Digital Disruptors werden im kommenden Jahr vorsichtiger Investoren gegenüberstehen. Die Börsenbewertungen der Technologieanbieter haben ein schwindelerregendes Niveau erreicht, das an den Dotcom-Boom der frühen 2000er Jahre erinnert, während einige private Unternehmen den Status eines Einhorns erreicht haben.

In Zukunft: Mehr Direct-to-Consumer Modelle

An der Spitze wird eine neue Generation von Direct-to-Consumer Modellen stehen. Insbesondere Asien entwickelt sich zu einem fruchtbaren Boden für KMUs, die den Digital Commerce nutzen, um direkt aus der Fabrik-Produktion ihre Kunden mit diversen technologischen Services zu erreichen. Für viele steht die künftige Rolle der stationären Geschäfte im Vordergrund. Lokale Geschäfte spielen eine Rolle als Partner in der digitalen Revolution, denn sie helfen Kunden, die Mode an Orten zu berühren, zu fühlen und zu erleben.

State of Fashion 2020

Im Ergebnis wird das kommende Jahr schwierig werden, da die digitale Marktbereinigung immer schneller voranschreitet, die Kunden mehr Wert auf Nachhaltigkeit legen und das langsamere Wachstum die Margen unter Druck setzt. Es wird jedoch Gelegenheiten geben. Marken, die sich an den vorherrschenden Trends ausrichten und weiterhin Innovationen entwickeln können, werden die Herausforderungen am ehesten bewältigen und sich als Vorreiter herausstellen. Bei Interesse an einer Beratung schreiben Sie uns eine E-Mail.

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Tags: Mode Branche, State of Fashion, Fashion Business

Über Prof. Dr. Claudia Hilker

Prof. Dr. Claudia Hilker

Prof. Dr. Claudia Hilker lehrt Marketing an der Fresenius Hochschule. Als Inhaberin von Hilker Consulting begleitet sie Unternehmen mit Strategie-Beratung, Workshops sowie als Aufsichtsrad und Beirat. Zudem leitet sie die Akademie zur Digitalisierung, die Weiterbildungen zur digitalen Transformation mit Innovations- und Change-Management anbietet. Als Autorin schreibt sie Marketing-Fachbücher − das aktuelle Buch heißt: Digital Marketing Leitfaden. Als Speaker spricht sie auf Events über Digitalisierung, Marketing und Innovationen. Ihr qualifiziertes Team sorgt für die Umsetzung der Leistungen, z.B. Content Marketing, Social Media und Marketing Automation.

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