Digitalisierung, Marketing-Strategien mit Online Marketing, Content Marketing, Social Media
16 December 2018

Status Quo zur Digitalisierung



CDie Digitalisierung von Unternehmen im deutschsprachigen Raum schreitet weiter voran. Während Strategie und Vision in vielen Unternehmen inzwischen mit messbaren Zielen definiert sind, so mangelt es noch an der Umsetzung wie Mitarbeiter-Einbindung mit Change Kommunikation, Unternehmenskultur und Schulungen.

Zwar ist den meisten Angestellten bekannt, dass es in ihrem Unternehmen eine Digitalstrategie gibt - fast die Hälfte empfindet diese allerdings als intransparent. Viele wissen weder, warum und wohin sich das Unternehmen mit der Digitalisierung verändern will, noch, welche Rolle sie selbst dabei spielen. Zu diesen Ergebnissen kommt der "Digitalisierungsmonitor 2018" der Beratung BearingPoint, der bereits zum dritten Mal in Folge durchgeführt wurde.

Fehlende interne Kommunikation

Es zeigt sich auch ein deutlicher Unterschied zwischen Führungspersonal und Mitarbeitern: Während sich die Mehrheit der Mitarbeiter nicht ausreichend über die Digitalstrategie informiert fühlt, fehlt es Führungskräften deutlich seltener an Informationen. Schwachstelle ist also die interne Change Communication, denn die Kommunikation erreicht offenbar die meisten Führungskräfte, doch die Weitergabe an die Ebenen darunter gelingt nur teilweise.

Deutliche Defizite gibt es zudem im Bereich Schulungen. So fehlt es in vielen Unternehmen noch an Weiterbildungsangeboten zur Digitalen Transformation und an der Vermittlung notwendiger Kompetenzen wie beispielsweise analytischer Fähigkeiten, siehe Beitrag: Weiterbildungen zur Digitalisierung.

Digitalisierung zum Alltag machen

In vielen Bereichen der Digitalisierung kommen Unternehmen gut voran. Strategie und Vision sind im Vergleich zum Vorjahr inzwischen klar definiert und Umsetzungen wurden festgelegt. Doch die Schere zwischen den Unternehmen öffnet sich: Circa 42 Prozent der befragten Unternehmen sind bereits in einem hohen Reifegrad, jedoch steht jedes fünfte Unternehmen bei der Entwicklung der Digitalstrategie noch ganz am Anfang.

Gerade traditionellen Unternehmen, die älter als 21 Jahre sind, fällt es schwer, ihre Visionen auf die digitalen Anforderungen auszurichten. Sie drohen somit, den Anschluss an die digitale Wirtschaft zu verlieren. Die Info-Grafik "Lost in Digitalization" zeigt einen guten Überblick zum Thema (Bildrechte: Bearing Point GmbH).

Digitalisierung Infografik_Digitalisierungsmonitor_2018

Nachholbedarf im Wandel der Unternehmenskultur

Nachdem 2017 die Geschäftsmodell-Entwicklung bei den Studienteilnehmern im Vordergrund stand, sind es nun wieder technologische Aspekte, insbesondere hinsichtlich der Prozessoptimierung. Nachholbedarf liegen im Bereich Veränderungen in der Unternehmenskultur. Das wird zwar bereits seit dem ersten Digitalisierungsmonitor mehrheitlich als erfolgsrelevant angesehen, doch bildet dieser Bereich trotz Fortschritten das Schlusslicht.

Wenig Fortschritte gab es bei der Entwicklung digitaler Geschäftsmodelle und der Digitalisierung von Produkten und im Bereich "Kanäle und Kundenkontakt" wurde gar ein Rückschlag verzeichnet. Die Anbindung an bestehende Unternehmensprozesse ist oftmals komplex. Bis alle Kunden-Kanäle vollends integriert sind, die dann eine einheitliche Customer Journey ermöglichen, ist es noch ein langer Weg.

Datenschutz als Erfolgsfaktor

Bei der Entwicklung und Etablierung neuer digitaler Produkte und Services könnte sich der Datenschutz zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor entwickeln, da dies für Konsumenten der DACH-Region besonders wichtig ist. Bisher zeigt das Nutzungsverhalten, dass insbesondere die ältere Generation datenschutzrechtlichen Themen eher ausweicht und im Zweifelsfall lieber auf die Nutzung bestimmter Services verzichtet.

Die Experten von BearingPoint empfehlen Unternehmen hier anzusetzen, indem sie ihre Datenschutzrichtlinien transparent gestalten. So lassen sich auch digital weniger affine Zielgruppen oder B2B-Kunden leichter überzeugen. Verständliche Informationen darüber, welche Daten erhoben werden und welche Bedeutung sie für ein Angebot haben, können das Vertrauen der Nutzer in digitale Anwendungen stärken.

Über die Studie: Lost in Digitalization

Die Studie "Lost in Digitalization", die im Vergleich zu den Vorjahren ein deutlich erweitertes Sample umfasst, wurde von Ende Mai bis Ende Juli 2018 durchgeführt. Für den Jahresvergleich wurden insgesamt 257 Mitarbeiter aus Unternehmen im deutschsprachigen Raum befragt. Mehrheitlich nahmen an der Befragung Führungskräfte mit Personalverantwortung aus der Finanzindustrie sowie von Produktions- und Logistikunternehmen teil, darüber hinaus wurden auch Mitarbeiter ohne Personalverantwortung befragt. Ergänzt wurde die turnusmäßige Erhebung durch zwei weitere Online-Befragungen, die im Juni 2018 stattfanden. Zum Themenschwerpunkt "Mitarbeiter" wurden 2.500 Mitarbeiter verschiedener Unternehmen und Branchen befragt. Die Befragung zum Thema "Konsumenten" zählte 2.603 Teilnehmer aus dem deutschsprachigen Raum. Insgesamt zeichnet der Digitalisierungsmonitor damit ein repräsentatives Bild der Unternehmen, ihrer Mitarbeiter und Konsumenten.

Die Studie ist unter dem folgenden Link verfügbar: http://ots.de/a5rYI8

Digitalisierung Beratung_Beraterin Dr. Claudia Hilker

Tags: Digitalisierung, Status Quo

Über Prof. Dr. Claudia Hilker

Prof. Dr. Claudia Hilker

Prof. Dr. Claudia Hilker lehrt Marketing an der Fresenius Hochschule. Als Inhaberin von Hilker Consulting begleitet sie Unternehmen mit Strategie-Beratung, Workshops sowie als Aufsichtsrad und Beirat. Zudem leitet sie die Akademie zur Digitalisierung, die Weiterbildungen zur digitalen Transformation mit Innovations- und Change-Management anbietet. Als Autorin schreibt sie Marketing-Fachbücher − das aktuelle Buch heißt: Digital Marketing Leitfaden. Als Speaker spricht sie auf Events über Digitalisierung, Marketing und Innovationen. Ihr qualifiziertes Team sorgt für die Umsetzung der Leistungen, z.B. Content Marketing, Social Media und Marketing Automation.

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