20 04 2016

Social Media Risikomanagement für Finanzdienstleister



Social Media als Plattform hat die Kommunikation von Unternehmen grundlegend verändert. Versicherungsunternehmen haben im Risikomanagement eine große Herausforderung. Welche Möglichkeiten entstehen dabei durch soziale Netzwerke? Dieser Beitrag beschäftigt sich mit der Beantwortung dieser Frage.

Social-Media-Marketing

Social Media (SM) beinhaltet digitale Technologien, mit denen Benutzer miteinander interagieren und auf Medieninhalte für den individuellen Gebrauch oder innerhalb einer Gemeinschaft[1] zugreifen können. „Social Media ist eine Gruppe von Internet-basierten Anwendungen, die auf die ideologischen und technologischen Grundlagen des Webs 2.0 bauen. Das Ziel ist die Erstellung und der Austausch von User-generierten Inhalten zu ermöglichen“[2]. Soziale Medien sind verschiedene Web-Services, wie beispielsweise die folgenden, gegliedert:

  • soziale Netzwerke (z.B. Facebook, Twitter, Google+)
  • Media-Plattformen (z.B. YouTube, WordPress, Flickr)
  • Unternehmensnetzwerke (z Xing, Linkedln)
  • Empfehlung Plattformen (z.B. Yelp, WhoFinance).

Social Media Netzwerke haben sich schnell verbreitet

47% der deutschen Unternehmen verwenden SM. Weitere 15% haben konkrete Pläne für ihre Verwendung[3]. Die häufigsten Formen der SM Einsatz sind: Präsenz in den sozialen Netzwerken (86%) und die Präsenz auf der Internet-Video-Plattformen (28%, vor allem die großen Unternehmen). Die wichtigsten Treiber für diese Aktivitäten sind Marketing, Promotion, Werbung und PR im Unternehmen. Fast 75% der Unternehmens SM Benutzer betrachten SM als Promotion Support-Tool (im Handel mehr als 85%), 72% nutzen SM im Marketing und 60% in den PR-Aktivitäten. Die wichtigsten Ziele der Verwendung von SM sind „[4]:

  1. Erhöhung der Marke oder das Bewusstsein (82%) für Unternehmen aller Größen und Branchen. In Service-Industrie-Unternehmen machen sie einen Anteil von knapp 90% aus.
  2. Gewinnung neuer Kunden (72%),
  3. Aufbau von Kundenbeziehungen (68%), und
  4. nur 15% planen, ihr Portfolio von Produkten und Dienstleistungen in Zusammenarbeit mit Kunden via SM erweitern.

Integration von Social Media in der Marketing-Kommunikation in der Finanzwirtschaft

Die deutsche Versicherungswirtschaft nimmt führende Positionen in internationalen Business-Kontext ein. Deutschland verzeichnete im Jahr 2014 den höchsten Handelsbilanzüberschuss in der Welt im Wert von 285 Mrd. $[5]. Deutschland ist der führende Standort der Rückversicherer der Welt. Auf sie entfallen rund 30% der globalen Rückversicherungsprämien. Durch die Schaffung von Arbeitsplätzen für über eine halbe Million Menschen, ist die Versicherungsbranche eine der wichtigsten Wirtschaftszweige in Deutschland. Die Befragung von KEYLENS Research Center zeigt, dass soziale Netzwerke im Bereich der Finanzdienstleistungen in Deutschland die am wenigsten wichtig sind[6]. Nur 10% der Banken und 11% der Versicherungseinrichtungen betrachten SM als bedeutend.

Fazit: Fast 45% der Banken und 42% der Versicherer bewerten es als marginal oder überhaupt nicht wichtig. Etwa 50% der Versicherungsgesellschaften haben keine SM-Strategie[7]. In der Praxis gibt es eine große Diskrepanz zwischen der strategischen Bedeutung und den realisierbaren SM-Ergebnissen. Nur wenige deutsche Versicherungsunternehmen sind in diesem Zusammenhang zu einem digitalen Lernen übergegangen. Daher nutzen viele von ihnen nicht das Potenzial von Social Media. Mehr zum Thema ROI of Social-Media-Marketing in der Versicherungswirtschaft in Deutschland zeigt der Beitrag „ROI of Social Media Marketing in Insurance in Germany“ von Claudia Hilker und Marian Zajko „ROI of Social-Media-Marketing in Insurance in Germany“ für die „International Scientific Conference Finance and Risk“ der Universität für Wirtschaftswissenschaften in Bratislava.

ROI of SocialMedia Marketing in Insurance in Germany_Hilker_Zajko

[1] Hilker, Claudia. (2010). Social Media Agentur für Unternehmer, S.11

[2] Kaplan, Andreas M. – Haenlein, Michael. Users of the world, unite! The challenges and opportunities of Social Media (2010). In: Business Horizons 53, p. 59 -68

[3] Bitkom, (2012): Studie: Social Media in Unternehmen

[4] Bitkom, (2012): Studie: Social Media in Unternehmen, S.5

[5] GDV, (2014): Statistisches Jahrbuch der Deutschen Versicherungswirtschaft 2014

[6] GDV, (2014): Statistisches Jahrbuch der Deutschen Versicherungswirtschaft 2014, S. 10

[7] KEYLENS. Kundenerwartungen im Social Web. Bremen: 2011 KEYLENS

Über Dr. Claudia Hilker

Dr. Claudia Hilker

Dr. Claudia Hilker ist Unternehmerin, Unternehmensberaterin, Autorin, Professorin, Speaker, Dozentin und Coach. Sie ist eine führende Expertin für digitales Marketing in der DACH-Region. Sie hat als Social-Media-Pionierin ein Bestseller-Buch über Social Media geschrieben und ihre Dissertation nebenberuflich über Social Media geschrieben. Zudem hat sie eine Berufung als Marketing-Professorin an der Hochschule Fresenius erhalten. Außerdem hat sie elf Fachbücher über Online-Marketing geschrieben und ihre Online-Community aufgebaut, die über 100k Mitglieder zählt. Dr. Hilker verfügt über umfangreiche Erfahrungen in den Bereichen digitales Marketing, Social Media und Content-Marketing, LinkedIn Marketing und Social Selling. Sie entwickelt innovative Beratungskonzepte und berät mit ihrem Unternehmen „Hilker Consulting“ viele B2B-Unternehmen, die nach neuen Ansätzen oder frischen Ideen suchen, wie sie über Digital-Marketing neue Kunden und neue Mitarbeiter finden und ihre Produkte wirksam vermarkten können. Dr. Hilker bietet Strategie-Beratung, Schulungen, Agenturleistungen und Coaching aus einer Hand. Ihre „Digital-Marketing-Akademie“ bietet viele Onlinekurse für Online-Marketing, Social-Media-Marketing, Content-Marketing, LinkedIn Marketing und Social Selling. Außerdem ist Hilker Consulting Hubspot Partner und berät zu Wachstumsstrategien (Go-to-market Strategy) mit Inbound Marketing.

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