Digitalisierung, Marketing-Strategien mit Online Marketing, Content Marketing, Social Media
10 September 2019

Mega Trend: Teilen statt Besitzen - Share Economy für Unternehmen



Die Sharing Economy etabliert sich seit Jahren immer mehr in unseren Köpfen. Über Plattformen wie Airbnb oder Carsharing lassen sich Wohnungen und Autos teilen. Immer mehr User nutzen solche Angebote, vor allem die jüngeren Digital Natives. Dabei geht es aber längst nicht mehr nur um den Tausch von Gegenständen, sondern auch um das Tauschen und Teilen von Daten. Share Economy bietet daher viele Chancen für Unternehmen, die sich modern und digital positionieren wollen. Der Mega-Trend birgt aber auch Herausforderungen. Dieser Beitrag gibt einen Überblick der Vorteile und dem Nutzen Share Economy und zeigt, wie Unternehmen davon profitieren können.

Was ist Share Economy?

Share Economy meint das Teilen von Gegenständen, indem die Besitzer sie bereitstellen und ausleihen. Das gilt auch für Räume oder Flächen. Der Begriff „Share Economy“ wird jedoch auch in Bezug auf das Teilen von Informationen und Wissen benutzt. So betrachtet, ist der Besitz von Dingen nicht mehr im Fokus, sondern die Nutzung und das gegenseitige Teilen. Es geht um den gemeinsamen Konsum (Collaborative Consumption). Geteilt und getauscht werden die Güter oft über Internetplattformen und soziale Netzwerke. Dazu gehört es auch als Anbieter und Nachfrager bewertet zu werden und die Güter vor Missbrauch zu schützen.

Vorteile und Ziele der Share Economy

Zur Sharing Economy gehören mittlerweile viele wirtschaftliche Branchen. Geteilt wird bei Unterkünften über Couchsurfing oder Wimdu; in der Mobilität, zum Beispiel mit der Taxi-App Uber, beim Essen via foodsharing.de oder auch in der Modebranche mit Seiten wie Kleiderkreisel.

Sharing Economy Branchen

Quelle: DER SPIEGEL

Lifestyle und Kundenwelt

Viele dieser Plattformen sind für sich neue Geschäftsmodelle entwickelt worden. Die Marke wird Gesprächsthema und  steigert so die Interaktion mit Nutzer und Kunden. Für das Marketing ergeben sich neue Möglichkeiten bezüglich Kooperationen, Vernetzung und Nutzen-Potenzialen. Unternehmen können mit Elementen der Share Economy effizienter arbeiten, weil auch der Datenaustausch offener und schneller erfolgt. Ebenso werden Ressourcen gespart und bedeutende Veränderungen in den verschiedenen Branchen vorangetrieben.

Neues Kundenverhalten

Die Share Economy konnte sich in den letzten Jahren nur entwickeln, weil sich das Kundenverhalten verändert hat. Kunden möchten durch Social Media in Echtzeit an Prozessen teilhaben. Für sie gibt es oft nur noch die one-to-many und die many-to-many-Kommunikation. Daher ist eher eine jüngere Zielgruppe mit der Share Economy zu erreichen. Bei den 14-19 Jährigen haben viele schon Erfahrungen mit alternativen Konsumformen. Sie sind zum Beispiel sehr empfänglich für Empfehlungsmarketing durch das Teilen von Erlebnissen und Meinungen in Social Media. Unternehmen können hierbei mit Influencer– oder Community-Marketing ansetzen.

Herausforderungen der Share Economy

Eine der größten Probleme, die Unternehmen mit der Share Economy haben, ist der gesetzliche Rahmen. Die Share Economy entwickelt sich so rasant, dass es steuerlich und juristisch noch keine konkreten Richtlinien gibt. Zudem verwischen oft die Grenzen zwischen privaten und gewerblichen Angeboten, wodurch auch hier klare Regeln gebraucht werden.

Privaten Unterkünften auf Airbnb fehlt zum Beispiel häufig die Inspektion, die Hotels durchlaufen müssen, um gelistet zu werden. Dabei wird auf die Geräuschkulisse, die Privatsphäre der Nachbarn oder auf die Müllentsorgung geachtet. Wenn bei privaten Wohnungen ständig neue Gäste aus und ein gehen, setzt hier bisher keiner Richtlinien. Auf Dauer könnte das den Wettbewerb gefährden.

Blickt man auf die Share Economy im Bezug auf Datenteilung, dann liegt die Herausforderung für Unternehmen eindeutig in der Technologie. Damit Daten für jeden Mitarbeiter zugänglich sind, braucht es Cloud Computing und Know-How. Das erfordert wiederum Investitionen.

Aufschwung der Share Economy in Unternehmen

In den letzten Jahren interessieren sich immer mehr Unternehmen für die Share Economy. Gerade Startups versuchen häufig direkt Teil davon zu werden. Zwar kaufen Kunden durch das Teilen weniger, aber die Bereitstellung von Konsumgütern ermöglicht eine neue, intensivere Art der Kundenbindung.

Oft erfordert das jedoch ein komplettes Umdenken der Unternehmen. Gerade wenn es um Daten geht, müssen sie sich weiter entwickeln. Das bedeutet nur noch über E-Mails zu kommunizieren, ist nicht mehr effektiv und häuft zu viele Daten in zu vielen Postfächern an. Neue technische Programme brechen traditionelle Arbeitsprozesse auf und helfen somit auch bei der Digitalisierung.

Handlungsempfehlungen für für Unternehmen

Wenn Unternehmen erste Schritte hin zur Sharing Economy gehen wollen, dann eignet sich eine Ressourcen-Teilung in einer Cloud, wodurch auch die Erreichbarkeit von Daten flexibel wird. Einige Handlungsempfehlungen folgen.

1 Cloud Computing: Die Daten werden auf einem Server gelagert, auf den alle zuständigen Mitarbeiter Zugriff haben, die Daten abrufen, verändern und wieder ablegen können. Eine Cloud auf dem Firmenserver einzurichten, braucht eine gewisse technische Infrastruktur, damit die Daten auch sicher sind. Durch die Cloud lässt sich aber Wissen bündeln und per Teamwork verwalten. Die Online-Plattform ckju.net bietet beispielsweise Unternehmen sowie privaten Nutzern die Möglichkeit Themen kollaborativ zu er- und bearbeiten. Ähnlich läuft das auch mit Programmen für eine Social Collaboration.

2 Social Collaboration: Unter dem Begriff „Social Collaboration“ werden viele Programme und Dienste angeboten, die das Teilen von Informationen in Unternehmen wie in sozialen Netzwerken erlauben. Dabei bleibt die vollständige Kontrolle der Informationen gewahrt. Ein gutes Beispiel hierfür ist Enterprise Social Network Software als Bestandteil von Enterprise 2.0, sozusagen ein Facebook für Unternehmen. Solche Plattformen eignen sich vor allem für die Zusammenarbeit in großen Projektteams. Anstatt dass Informationen oder neue Dokumente an alle Projekt-Mitarbeiter per E-Mail geschickt werden müssen, können sie zentral hochgeladen werden. Dadurch steht allen Beteiligten immer die aktuellste Version zur Verfügung. Zudem kann jeder Projekt-Mitarbeiter Hinweise zu den verschiedenen Dokumenten verfassen. Einige dieser Enterprise Social Networks erlauben es auch Kunden, Zugriff auf bestimmte Dateien zu erlauben. Deren Feedback ist dann wiederum für jedes Projektmitglied sichtbar.

3 Social Media Share: Die sozialen Netzwerke spielen sowieso eine wichtige Rolle in der Sharing Economy. Darüber finden Nutzer teilbare Konsumgüter und empfehlen diese weiter. Ein wichtiger Faktor für Unternehmen. Die Kunden haben in Social Media die Chance direkt miteinander zu interagieren. Sie bewerten die geteilten und ausgeliehenen Güter, was wiederum andere Nutzer anlockt oder auch ggf. abschreckt. Daher müssen Unternehmen auch in Sachen Sharing Economy mit Social Media Marketing und Content Marketing vertraut sein.

4 Carsharing für Kunden: Ein möglicher erster Ansatz ist auch das Carsharing. Unternehmen können Kooperationen eingehen: statt teurer Dienstwagen, zahlen sie für geteilte Autos nur so viel, wie die Mitarbeiter die Autos auch benutzen. Das fördert die Flexibilität, ermöglicht eine starke Kostenkontrolle und mindert zeitgleich die Fixkosten.

Fazit: Die Sharing Economy bietet interessante Möglichkeiten für Unternehmen, die sich einer jungen digitalen Zielgruppe öffnen wollen. Aber um eine ausreichende Flexibilität zu entwickeln, müssen Unternehmen Umdenken und Investitionsbereitschaft an den Tag legen. Unser kostenloses Whitepaper Sharing Economy bietet mehr Einblicke in den Mega-Trend. Laden Sie es sich hier direkt runter.

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Tags: Share Economy

Über Prof. Dr. Claudia Hilker

Prof. Dr. Claudia Hilker

Prof. Dr. Claudia Hilker lehrt Marketing an der Fresenius Hochschule. Als Inhaberin von Hilker Consulting begleitet sie Unternehmen mit Strategie-Beratung, Workshops sowie als Aufsichtsrad und Beirat. Zudem leitet sie die Akademie zur Digitalisierung, die Weiterbildungen zur digitalen Transformation mit Innovations- und Change-Management anbietet. Als Autorin schreibt sie Marketing-Fachbücher − das aktuelle Buch heißt: Digital Marketing Leitfaden. Als Speaker spricht sie auf Events über Digitalisierung, Marketing und Innovationen. Ihr qualifiziertes Team sorgt für die Umsetzung der Leistungen, z.B. Content Marketing, Social Media und Marketing Automation.

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