Digitalisierung, Marketing-Strategien mit Online Marketing, Content Marketing, Social Media
11 November 2019

Likes kaufen für Instagram, Facebook und YouTube



Viele Unternehmen und Influencer kaufen Likes auf Instagram, Facebook oder Youtube, um damit erfolgreich zu wirken. Doch was bringt das? Zwar schnellen die Kennzahlen wie Abonnenten damit nach oben, doch es sind zumeist Fake Profile. Zwar langsamer im Wachstum, aber nachhaltiger ist strategisches Social-Media-Marketing.

Viele Unternehmen, die Social-Media-Marketing erfolgreich einsetzen wollen arbeiten mit Influencer Marketing. Damit können sie hohe organische Reichweiten erzielen und ihren Community Aufbau unterstützen durch den Zuwachs an Fans bzw. Follower. Ein hohes Engagement fördert natürlich Vertrieb, Umsatz und Gewinn.

Mit hohen Kennzahlen bezüglich Reichweite wie Fans, Follower, Abonnenten verkaufen Influencer ihre Dienste an Marketers. Sie bieten sich an, deren Community zu erweitern, um mehr Engagement, Likes und Umsatz zu genieren. Doch genau hier liegt das Problem: Gekaufte Likes wirken sich negativ im Business aus. Das Nutzen-Versprechen wird nicht erfüllt und ist juristisch angreifbar. Lesen Sie mehr dazu.

Der schnelle Weg zu Follower und Likes

Fans und Likes für Facebook, Instagram oder YouTube zu kaufen, ist ein aktueller Trend, der sich bei Unternehmen und Influencer eingeschlichen hat. Sie wollen dadurch in kurzer Zeit ihre Kennzahlen erhöhen, um mehr Branding und Umsatz zu generieren, weil werbetreibende Unternehmen damit ihre starken Reichweiten steigern.

Ein Profil mit 10.000 Fans aufzubauen dauert auf organischem Weg lange und erfordert viel strategisches Geschick im Content Marketing und Social-Media-Marketing. Zeit und Muße, die manche Influencer nicht bereit sind zu investieren. Sie investieren lieber in den Kauf von Likes oder Fans. Einige Anbieter nutzen zum Beispiel Studenten, die mit Fans und Likes dealen. Doch dahinter verbergen sich Fake-Profile, wie der WDR-Video unten zeigt.

Wie funktioniert das Geschäft mit gekauften Likes?

Das Geschäft ist ein Zusammenspiel zwischen grauen Anbietern, Unternehmern und Influencer. Jemand programmiert Fake-Accounts bei Facebook, Instagram und YouTube, die von automatischen Programmen geführt werden. Die Profilbilder sind oft Bilder, die aus dem Netz entnommen wurden.

Ein Vermittler kauft jetzt diese Fake-Profile günstig und verkauft sie etwas teurer weiter an Firmen und Influencer. Daraus sind schon ganze Schein-Unternehmen entstanden, die je nach Geschick und Investition die Kunden, Preise und Anzahl der Follower gesteigert haben. Hier sprechen wir zum Beispiel von 1.000 Euro für 10.000 Fans. Der WDR hat dazu einen interessanten Beitrag gedreht, wie dieses fragwürdige Geschäftsprinzip funktioniert.

Gefahr durch gekaufte Follower und Likes

Das Geschäft mit den Fake-Accounts ist schlicht gesagt: Betrug. Nicht nur das Likes gekauft werden ist fragwürdig, sondern auch die Firmen und Influencer betrügen sich selbst und zerstören das Vertrauen in Influencer Marketing. Das Profil mag auf den ersten Blick mit 10.000 oder 100.000 Fans erfolgreich wirken, aber es sind zum Großteil Fake Profile. Kein Kunde steckt dahinter, der echtes (Kauf-)Interesse hat. Dementsprechend wenig Interaktion gibt es bei Postings, was aber der entscheidende Faktor in der Analyse bezüglich Fake-Profile ist.

Gekaufte Likes sind schlecht für die Beziehung zwischen werbetreibenden Firmen und Influencern. Influencer, die über gekaufte Fans eine Werbekooperation eingehen, betrügen mit der Angabe ihrer Reichweite den Werbepartner. Das kann auch juristische Folgen nach sich ziehen, bis zum Ersatz aller Kosten zur Marketing Kampagne.

Fake-Accounts und falsche Likes erkennen

Eine der wichtigsten Kennzahlen für die Erfolgsmessung im Social-Media-Marketing ist das organische Wachstum bzw. die organische Reichweite. Um zu erkennen, ob Profil und Likes echt oder gekauft sind, sollten Sie die Accounts analysieren in Bezug auf datengetriebenes Verhalten von Fans und deren Interaktion.

Dabei helfen digitale Analysen. Es folgt ein Instagram Profil mit organischen Wachstum ohne Hinweise auf Fake Accounts oder gekaufte Likes am Beispiel von Heidi Klum, siehe Abbildung unten, erstellt mit dem Tool Hype Auditor. Das Tool analysiert die Profile und Beiträge und entlarvt Merkmale, die üblich sind bei Fake-Profilen.

Tool zur Erkennung von Fake-Profilen auf Instagram: Auditor am Beispiel von Heidi Klum

Quelle: HypeAuditor; Profilanalyse von Heidi Klum mit ca. 3% organischem Wachstum

Gekaufte Likes erkennen

Ein weiteres Tool zur Daten-Analyse ist Influencer DB. Es analysiert nachfolgend ein Influencer Profil, das im Verdacht steht, Likes zu kaufen, um höhere Einnahmen zu generieren. In dem Abschnitt "Media Metric" sind große Schwankungen in der täglichen Übersicht der Kennzahl Instagram Abonnenten Linkes erkennbar, siehe unten.

Es kann sich um Gewinnspiele handeln, die Traffic verursachen. Aber zumeist handelt es sich um gekaufte Likes oder Social Bots, die anderen Mitglieder folgen, um neue Abonnenten zu gewinnen und sie dann wieder entfolgen. 

Influencer kaufen Likes 1

Es stellt sich die Frage "Sind es echte oder gekaufte Likes?" "Woher kommen die Like-Profile?" Sie kommen zumeist aus dem Ausland und lassen vermuten, dass die Personen oder Bots die Inhalte nicht entschlüsseln können, weil sie die entsprechende Sprache nicht sprechen. Dies erkennt man unten in der Abbildung. Die Influencer Person schreibt auf deutsch und die meisten Abonnenten kommen zumeist aus Brasilien, USA, Türkei.

In dieser Abbildung erkennt man zudem ganz klar, dass der Qualiätsindikator in diesem Instagram Profil schlecht ist (in rot markiert). Er wird generiert durch die kombinierte Abfrage und der definierten Kennzahlen in der Scoring Analyse generiert.

Influencer kaufen Likes 2

Bei einer vertieften Analyse erkennt man weitere Beweise: Es gibt zwar viele Likes, aber kaum Interaktion! Wenn der Großteil nicht kommentiert, den Beitrag nicht teilt, bei Facebook nicht auf den Link klickt, dann birgt das  Verdacht auf Fake-Profile. Denn die Fake Profile haben kein echtes Interesse an den Inhalten.

Das Ziel Kaufabschluss oder Kundengewinnung läuft somit ins Leere. Das Verkaufsversprechen ist in betrügerischer Absicht manipuliert zur eigenen Bereicherung. Viele große Firmen, wie die New York Times, prüfen Profile mit Tools, um sicher zu gehen, über wahre Daten und sichere Fakten zu schreiben. 

Fake Profile bei Facebook, Instagram, Youtube

Gekaufte Fans und das Geschäft dahinter ist eine Grauzone. Rechtlich sind zum Beispiel die Studenten, die solche Profile verkaufen, nur schwer dran zu bekommen. Sie verstoßen im Grunde erst mal nur gegen die Nutzungsbedingungen der Netzwerke. Normalerweise kann davon ausgegangen werden, dass Unternehmen, die Fans kaufen, wissen, dass es sich um Fake-Profile handelt. Sie kaufen nur Zahlen, aber keine echten Kunden.

Die Plattformen gehen aber dennoch scharf gegen Fake-Profile vor und löschen diese. Dadurch kann es immer wieder vorkommen, dass auch bei Firmen, die nur mit organischer Reichweite arbeiten, plötzlich Fans abnehmen. Bots können sich nämlich überall einschleichen. 

Dabei greifen aber auch Regulierungen. Tech-Giganten wie Facebook, Instagram und Google werden kritisch von den US-Behörden geprüft. Immer wieder muss sich Facebook-Chef Mark Zuckerberg für seine Daten-Skandale dabei verantworten. Mit der Technik ist es leicht geworden, Fake-Profile zu erstellen, die Plattform-Aktivitäten zum eigenen Nutzen manipulieren. Schließlich müssen sich soziale Plattformen darum bemühen, das zerstörte Vertrauen wieder zu gewinnen, was Datenskandale wie Facebook mit Cambridge Analytica verursacht haben.

Nachhaltiges Social-Media-Marketing

Die Zahl für erfolgreiches Social-Media-Marketing ist nicht zuerst die Anzahl der Fans und Likes, sondern die Interaktion und die darüber generierte Reichweite bzw. Klicks auf der Unternehmenswebsite mit den Produkten oder dem eigenem Content. Gekaufte Fans sind inaktiv, wodurch die Interaktion bei Beiträgen niedrig bleibt. Das wirkt sich negativ auf das Profil und die Perfomance auf den Plattformen aus. Deshalb kann es auch nie schaden, hin und wieder sein Profil auf inaktive User zu prüfen, und diese selbst zu entfernen.

Auch die Netzwerke haben reagiert und die Wertigkeit von Likes verändert. YouTube-Videos gewinnen zum Beispiel durch Likes nicht mehr so viel an Reichweite wie früher. Ebenso belohnt Facebook eher Beiträge mit Reichweite, die viele Kommentare haben oder viel geteilt werden.

Wer ehrlich und ernsthaft in den Social Media mitspielen will, der kommt um Storytelling und nachhaltiges Content-Marketing nicht herum. Das erfordert zunächst eine systematische Strategie-Entwicklung: von der Zielgruppenanalyse über die Content-Produktion bis zum Monitoring. Es zahlt sich aber am Ende mit echten Menschen und Kunden aus. Letztlich ist da Ihre Investition zielführender, als bei aufgeblähten Fake-Profilen.

Gerne berate ich Sie bei Ihrer Social-Media-Marketing-Strategie. Schreiben Sie mir einfach eine E-Mail.

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Tags: facebook, youtube, Instagram, Fans kaufen, Fake-Profile, Likes kaufen

Über Prof. Dr. Claudia Hilker

Prof. Dr. Claudia Hilker

Prof. Dr. Claudia Hilker lehrt Marketing an der Fresenius Hochschule. Als Inhaberin von Hilker Consulting begleitet sie Unternehmen mit Strategie-Beratung, Workshops sowie als Aufsichtsrad und Beirat. Zudem leitet sie die Akademie zur Digitalisierung, die Weiterbildungen zur digitalen Transformation mit Innovations- und Change-Management anbietet. Als Autorin schreibt sie Marketing-Fachbücher − das aktuelle Buch heißt: Digital Marketing Leitfaden. Als Speaker spricht sie auf Events über Digitalisierung, Marketing und Innovationen. Ihr qualifiziertes Team sorgt für die Umsetzung der Leistungen, z.B. Content Marketing, Social Media und Marketing Automation.

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