Digitalisierung, Marketing-Strategien mit Online Marketing, Content Marketing, Social Media
15 January 2020

Erfolgsfaktoren für Fashion Shopping im Jahr 2020



Was sind die Erfolgsfaktoren für Fashion Shopping im Jahr 2020? Die Digitalisierung beeinflusst das Einkaufsverhalten der Kunden in der Modebranche nachhaltig. Die Grenzen zwischen den Absatz- und Kommunikationskanälen verschwinden. Fashion Shopping wird zu einem Omni-Channel-Erlebnis. Die Digitalisierung setzt neue Impulse für die Entwicklung von Mode-Unternehmen.

Wie sieht der Modehandel der Zukunft aus? Was passiert aus Sicht des Kunden und des Verkäufers? Wie werden sich die zentralen Elemente, wie Schaufenster, Umkleidekabine oder Kasse aufgrund der technologischen Entwicklungen verändern? Die Studie „Future Store 3.0 - Fashion Shopping im Jahr 2020" gibt dazu Antworten und dieser Beitrag zeigt einige Einblicke.

Fashion Shopping: damals und heute

Vielleicht erinnern Sie sich noch an die Zeit, in der Sie nur im stationären Handel ihre Einkäufe erledigen haben. Durch das Internet hat sich dies grundlegend verändert. Online Shopping, mobile Preisvergleiche und Internet-Pure-Player wie Zalando beeinflussen den Mode Handel heute stark.

Etwa drei Viertel der Internetnutzer weisen ein hohes Interesse für Mode und Schuhe auf. Sie sind aufgeschlossen gegenüber Werbung und viele davon setzen als Influencer eigene Impulse als Empfehlungsgeber. Das Internet wird von Mode-Interessierten als Informationsquelle genutzt und übernimmt bei fast zwei Drittel eine Rolle innerhalb der Orientierungs- und Entscheidungsphase.

E-Commerce und Omni-Channel-Marketing

E-Commerce FashionLaut Fashion eCommerce Report 2019 von Statista ist Mode ist das größte E-Commerce-Marktsegment. Seine globale Größe wird für das Jahr 2018 auf 518,9 Milliarden US-Dollar geschätzt. Es wird erwartet, dass der Markt mit 12,2% pro Jahr weiter wachsen und bis Ende 2023 ein Marktvolumen von 922,0 Milliarden US$ erreichen wird.

Viele Modehändler setzen Omni-Channel-Marketing ein. Dabei nimmt der stationäre Handel besondere Rolle ein, denn er trägt einen wesentlichen Teil zu den E-Commerce Umsätzen bei und übernimmt in der Kaufvorbereitung eine maßgebliche Rolle ein.

Showrooming ist dabei ein weit verbreitetes Phänomen: Kunden sehen sich im stationären Handel Produkte an und recherchieren anschließend online den besten Preis. Gekauft wird die kostengünstigere Alternative unabhängig des Vertriebskanals. Beschleunigt wird diese Entwicklung durch mobile Endgeräte, die es dem Kunden erlauben sich direkt vor Ort online zu informieren. Dabei werden die Kunden-Erlebnisse zum kaufentscheidenden Faktor. 

> Erfolgsfaktoren für Fashion Shopping Discount

Digitale Technologien erwarten den Kunden im Jahr 2020 bereits vor Betreten des Discount Fashion Stores. Das Schaufenster, als erster Kontaktpunkt, wird neben der Inspiration vor allem zum neuen, digitalen Point-of-Sale. Kunden können dort unabhängig von den Öffnungszeiten rund um die Uhr Bekleidungsstücke kaufen. Mit Betreten des Modegeschäfts bis hin zum Verlassen kommt dem Kunden während des gesamten Einkaufsprozesses eine aktive Rolle zu. Zusätzlich zum Verkaufspersonal, nutzt dieser nun sein Smartphone oder In-Store-Terminals.

fashion marketing Shopping

Auch mittels Multi-Touch-Tischen hilft sich der Kunde selbst, beispielsweise um sich das gewünschte Paar Schuhe aus dem Lager zu ordern. Aktiv kann der Kunde auch durch den Einsatz von spielerischen Elementen werden. Gamification ermöglicht es ihm, während seines Aufenthalts im Fashion Store zum Beispiel Rabatte zu erspielen oder aber auch die Wartezeit vor der Umkleidekabine zu verkürzen. Die Umkleidekabine selbst bietet für den Kunden keinen digitalen Mehrwert. Unverändert probiert der Kunde hier seine Kleiderauswahl an, ohne dabei auf intelligente Spiegelkonzeptionen (Virtual Mirror) oder mobile Zusatzfeatures zurückgreifen zu können.

Anders verhält es sich beim Bezahlprozess, denn hier sind die Effekte der Digitalisierung spürbar. Der Kunde kann an Self-Service-Terminals seine Einkäufe automatisch mittels RFID-Etiketten erfassen lassen und direkt mit seinem Smartphone bezahlen, wobei er beim Bezahlen auch mobile Coupons einlöst. In Zukunft ist nicht nur ersichtlich, welche Produkte dem Kunden gefallen. Vielmehr kann mittels elektronischer Etiketten erfasst werden, welche Kleidungsstücke der Kunde zwar anprobiert, aber nicht gekauft hat. Der „Abbrecher“ ist messbar.

> Erfolgsfaktoren für Fashion Shopping im Mittelfeld

Das Schaufenster im Jahr 2020 wird zur multimedialen Spielwiese. Inspiration, Information, aber auch E-Commerce – unabhängig der Ladenöffnungszeiten erhält der Schaufensterbummel eine neue Dimension, die sich auch im Store widerspiegelt. Betritt der Kunde den stationären Modehandel wird er aufgrund seiner Kunden-ID vom Verkäufer persönlich begrüßt. Sein Smartphone fungiert dabei als digitale Kundenkarte, die sich bei Betreten automatisch im Store eincheckt.

Fashion Influencer Marketing_Post

Die Kunden-ID speichert seine Präferenzen und Kaufentscheidungen und erzeugt einen virtuellen Kleiderschrank des Kunden. Im Shop erhält der Kunde ein großzügiges Store-Konzept mit Lounge Style. Die Ware wird exklusiv präsentiert. Im Store findet er die Kollektion wieder, für die er im Vorfeld über soziale Netzwerke abgestimmt hat. Somit erhält der Kunde eine neue Rolle – er wird zum digitalen Einkaufsmanager.

Bei der Auswahl der perfekten Größe und Passform wird er durch Bodyscanner unterstützt, die ihm helfen, passende Artikel zu finden. Anprobiert wird diese in einer klassischen Umkleidekabine, die um digitale Komponenten angereichert ist. Über intelligente Spiegelkonzeptionen kann sich der Kunde seine Farbvarianten, ergänzende Kleidungsstücke oder Produktinformationen anzeigen lassen. Das ausgewählte Kleidungsstück wird dazu verwendet, dem Kunden automatisch gezielte Cross- und Up-Selling Angebote, wie passende Oberteile, Schuhe oder Accessoires, zu präsentieren.

Als Ansprechpartner im Einkaufsprozess steht dem Kunden das Verkaufspersonal zur Verfügung. Zukünftig sind Verkäufer mit mobilen Endgeräten ausgestattet, die es dem Kunden ermöglichen direkt beim Verkäufer zu bezahlen. Mobile Endgeräte stärken zudem die Beratungskompetenz des Verkaufspersonals. Das Einkaufserlebnis ist dabei nicht unbedingt an einen festen Ort gebunden, vielmehr wird es durch reale und virtuelle Popup-Stores auch an ungewöhnliche Plätze verlagert.

> Erfolgsfaktoren für Fashion Shopping im Premium Segment

Der Kunde wird im Premium-Segment durch virtuelle und reale Popup-Stores überrascht, in denen ihm Fashion-Produkte präsentiert werden. Aufmerksamkeit erregt im stationären Modehandel aber auch nach wie vor das Schaufenster. Als Präsentationsfläche erhält es eine Doppelfunktion und dient zukünftig gleichermaßen als Aktions- wie auch Abverkaufsfläche. Der Kunde kann durch gestenbasierte Steuerung, dem Abfotografieren von QR-Codes oder über Hologramme mit dem Schaufenster interagieren und Produkte darüber kaufen. Nach einer persönlichen Begrüßung aufgrund seiner Kunden-ID erwartet ihn ein individueller Showroom mit digitalen Verbindungen.

Beratung erfährt der Kunde aus verschiedenen Richtungen: Über das mit mobilen Endgeräten ausgestattete Personal, mit RFID-Etiketten versehene Produkte oder das eigene Smartphone als mobilen Concierge. Das Smartphone unterstützt auch bei der Auswahl der Kleidungsstücke. Während der Kunde durch das Geschäft stöbert, scannt er über QR-Codes seine Kleidungsstücke ein. Diese werden ihm nach Absenden der Bestellung direkt in der Umkleidekabine zur Verfügung gestellt.

Auch in der Umkleidekabine erwarten den Kunden intelligente Spiegelkonzeptionen und weiterer Service. Passend zur Stimmung und Auswahl der Kleidungsstücke kann der Kunde individuell die Musik bestimmen. Mithilfe eines Service-Buttons kann er zudem den Kontakt zum Verkäufer suchen. Die Umkleidekabine ist auch hier nicht nur Anprobe, sondern wird zum Point-of-Sale. Da strategische branchenübergreifende Allianzen Teil des Commerce-Konzepts der Zukunft sind, erhält der Kunde beispielsweise passend zum Kleid Event-Karten angeboten.

Nach der Auswahl der Kleidungsstücke führt der Weg zur Kasse den Kunden zum Verkäufer. Dieser ist mit mobilen Endgeräten für die Kartenzahlung oder Mobile Payment ausgestattet. Verkäufer sind in Zukunft damit unverändert für den kompletten Prozess der Kundenbetreuung verantwortlich; von der Beratung bis zum Bezahlvorgang.

Die Studie „Future Store 3.0 - Fashion Shopping im Jahr 2020" ist als PDF (für 99 Euro) oder als Print-Exemplar (für 129 Euro) auf www.future-store-studie.de erhältlich.

Leitfaden Marketing Automation

Tags: Fashion Shopping, Erfolgsfaktoren

Über Prof. Dr. Claudia Hilker

Prof. Dr. Claudia Hilker

Prof. Dr. Claudia Hilker lehrt Marketing an der Fresenius Hochschule. Als Inhaberin von Hilker Consulting begleitet sie Unternehmen mit Strategie-Beratung, Workshops sowie als Aufsichtsrad und Beirat. Zudem leitet sie die Akademie zur Digitalisierung, die Weiterbildungen zur digitalen Transformation mit Innovations- und Change-Management anbietet. Als Autorin schreibt sie Marketing-Fachbücher − das aktuelle Buch heißt: Digital Marketing Leitfaden. Als Speaker spricht sie auf Events über Digitalisierung, Marketing und Innovationen. Ihr qualifiziertes Team sorgt für die Umsetzung der Leistungen, z.B. Content Marketing, Social Media und Marketing Automation.

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