Digitalisierung, Marketing-Strategien mit Online Marketing, Content Marketing, Social Media
06 August 2019

Digitalisierung: Bain Studie zur digitalen Transformation



Zu wenige Unternehmen investieren laut Bain Studie in eine ganzheitliche Strategie zur Digitalisierung. Bislang erreichen nur etwa 5 Prozent aller Unternehmen weltweit ihre digitalen Ziele. Digitale Vorreiter wachsen rund 50 Prozent schneller als Mitbewerber und sind bis zu 30 Prozent profitabler. Die Komplexitätskosten der IT sinken in digitalisierten Unternehmen um durchschnittlich 20 Prozent. Die digitale Transformation muss von den Führungskräften konsequent vorangetrieben werden. Lesen Sie mehr dazu im folgenden Beitrag.

Strategische Ansätze zur Digitalisierung

Bislang erreichen nur rund 5 Prozent aller Unternehmen weltweit auch tatsächlich ihre Ziele. Die zu langsame Umsetzung von Digitalisierungsprojekten ist nur ein Grund dafür. Häufig finden in Unternehmen einzelne Leuchtturmprojekte statt. Eine systematische, ganzheitliche Digitalstrategie fehlt. Das sind Ergebnisse der Studie „Von der Vision zur Transformation: Digitalisierung ist Chefsache“ der internationalen Managementberatung Bain & Company. Nur jeder zweite bestätigt seinem Unternehmen einen gutes Status quo, siehe folgende Abbildung.

Bain Studie DigitalisierungQuelle Bain Studie

Laut Studie sollten Unternehmen 2 bis 5 Prozent ihres Umsatzes in die Digitalisierung investieren. Diese Investitionen zahlen sich aus: "Denn digitale Vorreiter wachsen nicht nur rund 50 Prozent schneller als der Wettbewerb, sondern sind auch bis zu 30 Prozent profitabler.“ Selbst in der IT, deren Bedeutung durch die Digitalisierung noch einmal zunimmt, sinken die Komplexitätskosten um durchschnittlich 20 Prozent.

Ganzheitliche Strategie zur Digitalisierung

Die Geschäftsmodelle von Industrieunternehmen werden auf sämtlichen Ebenen erschüttert. Durch digitales Direktmarketing und soziale Medien ergeben sich neue Kontaktmöglichkeiten und Angebotsformen, aber auch Servicealternativen. Der Kundenkontakt gestaltet sich dadurch nicht nur einfacher und kostengünstiger, sondern auch individueller und werthaltiger. Produkte selbst werden ebenfalls zunehmend digital, während gegenwärtige Haupteinnahmequellen unter Druck geraten. Sehen Sie hier die Auswirkungen der Digitalisierung.

Bain Studie Digitalisierung Auswirkungen

Quelle Bain Studie

Intelligentes Daten-Management

Neue Chancen eröffnen Advanced Analytics. So erhält etwa der Hersteller eines vernetzten Kühlschranks nach Zustimmung des Käufers zahlreiche Informationen über den jeweiligen Haushalt, in dem das Gerät steht. Mit diesen Erkenntnissen können Produkte verbessert, intelligente Stromnutzungskonzepte entwickelt oder die Daten gemeinsam mit Lebensmittelhändlern analysiert werden. „An digitalen Initiativen mangelt es in den meisten Unternehmen nicht“, stellt Bain-Partner und Co-Autor Michael Schertler fest. „Allerdings sind die Aktivitäten oft in viele Einzelprojekte zersplittert. Es fehlt eine in sich schlüssige Gesamtstrategie, auch im Marketing, siehe unten.

Bain Studie Digitalisierung MarketingQuelle Bain Studie

Digitalisierung ist die Anwendung von digitalen Technologien und Werkzeugen in sämtlichen Prozessen des Unternehmens. Deshalb sind bei einer digitalen Transformation folgende Maßnahmen unverzichtbar:

  • Interne Wertschöpfungsprozesse optimieren hinsichtlich Durchlaufzeiten, Qualität und Kosten
  • Kundeninteraktionsprozesse und Schnittstellen neu gestalten durch die nahtlose Integration aller Kommunikationskanäle (Omnikanal-Ansatz)
  • Produkt- und Serviceangebot erweitern durch datenbasierte Anwendungen, die einen klaren Mehrwert für den Kunden bedeuten und dadurch neue Erlösquellen erschließen
  • Neue Geschäftsmodelle entwickeln, etwa IoT-Plattformen, die durch softwarebasierte Anwendungen neue Wachstumschancen eröffnen

Handlungsempfehlungen für Unternehmen zur Digitalisierung

Das Fazit der Bain Studie lautet: „Alle Unternehmen sollten ihre digitale Transformation jetzt angehen, denn im digitalen Zeitalter gilt die Winner-takes-it-all-Logik. Wer seine Transformation heute nicht in Gang bringt, wird schon in wenigen Jahren von der Konkurrenz abgehängt.“

Die Unternehmen müssen sich der Herausforderung Digitalisierung als Ganzes stellen. Somit verantwortet das Top-Management rund um den CEO die zentrale Verantwortung für die digitale Transformation. Der Chief Digital Officer (CDO) ist dabei für die digitale Strategie und ihre Kommunikation zuständig, für die konkrete Planung und Budgetierung sowie für Methodik und Ressourcen. Laut Studie droht in vielen Unternehmen der CDO mit seinem Team allerdings am Silodenken innerhalb der Organisation zu scheitern. Denn oftmals in der Praxis wird immer noch versucht, digitale Innovationen mit klassischen Konzernmethoden zum Erfolg zu führen.

Soll die digitale Transformation gelingen, müssen alle Stakeholder die Strategie kennen und verstehen. Dabei gilt es, sowohl die Zukunft der Branche als auch die Ziele des Unternehmens klar zu formulieren, anschließend die Maßnahmen und Investitionen zu priorisieren sowie Mitarbeiter, Lieferanten, Kunden und Investoren zu überzeugen. Dies alles sollte schließlich in eine digitale Roadmap mit konkreten Projektzielen und Meilensteinen münden, in ein digitales Betriebsmodell sowie in ein Programm zur Entwicklung einer digitalen Unternehmenskultur. Das Rückgrat für die Umsetzung der Digitalstrategie bilden „Sponsoren“ in allen Bereichen des Unternehmens, die ihre Kolleginnen und Kollegen in persönlichen Gesprächen über die Veränderungen im Detail aufklären.

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Tags: Digitalisierung, Studie

Über Prof. Dr. Claudia Hilker

Prof. Dr. Claudia Hilker

Prof. Dr. Claudia Hilker lehrt Marketing an der Fresenius Hochschule. Als Inhaberin von Hilker Consulting begleitet sie Unternehmen mit Strategie-Beratung, Workshops sowie als Aufsichtsrad und Beirat. Zudem leitet sie die Akademie zur Digitalisierung, die Weiterbildungen zur digitalen Transformation mit Innovations- und Change-Management anbietet. Als Autorin schreibt sie Marketing-Fachbücher − das aktuelle Buch heißt: Digital Marketing Leitfaden. Als Speaker spricht sie auf Events über Digitalisierung, Marketing und Innovationen. Ihr qualifiziertes Team sorgt für die Umsetzung der Leistungen, z.B. Content Marketing, Social Media und Marketing Automation.

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