23 July 2018

BetterWork: Digitale Transformation erfordert Arbeit 4.0



Die Digitalisierung verändert die Arbeitswelt. Das betrifft Prozesse in Unternehmen, die gemeinsame Arbeitsweise und auch die Bedürfnisse von Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Anlässlich der Blogparade von etventure möchte ich in diesem Beitrag einige Gedanken und Erfahrungen aus meiner Berater-Praxis zu BetterWork mit Arbeit 4.0 teilen.

Arbeit 4.0 liegt im Trend

Arbeitswelt 4.0

Arbeit 4.0 bezeichnet den digitalen Wandel der Arbeitswelt mit einer vernetzten und flexiblen Arbeitsweise. Gleichzeitig gibt es eine technische, gesellschaftliche und kulturelle Entwicklung. Starre, hierarchische Strukturen belasten uns zunehmend.

Wir streben nach gleicher Behandlung, wollen mehr Freiheiten und Eigenständigkeit im Job, um auch weniger Einschränkungen zu haben. Work-Life-Balance ist zudem ein weiteres wichtiges Schlüsselwort der letzten Jahre. Dazu trägt auch die Technik bei. Sie schafft neue Möglichkeiten flexibler und über Entfernungen zu arbeiten, auch weil sie Prozesse automatisiert.

BetterWork: Was braucht die neue Arbeitswelt?

Eine bessere Atmosphäre am Arbeitsplatz, Selbstbestimmung oder zumindest mehr Mitbestimmung, mehr Freiraum in der Arbeitsplatzgestaltung, mehr Raum für individuelle Bedürfnisse. Allerdings geht das alles nur, wenn sich Unternehmen in ihrer Führungs- und Unternehmenskultur sowie Arbeitsweise grundlegend weiter entwickeln, eben: transformieren.

Es braucht neue Unternehmenkulturen und Rollenverständnisse, die auch mehr Freiheiten zulassen und nicht statisch in vergangenen Jahrzehnten stecken geblieben sind. Wer zögert, bleibt ebenfalls stecken oder schlimmer: stirbt. Das erleben wir bereits: Streaming-Dienste wie Netflix verdrängen Videotheken, Airbnb ersetzt Hotels und Uber die Taxis. Es ist also entscheidend innovative Geschäftsmodelle zu entwickeln, auch, wenn das sicherlich mit Risiken verbunden sein kann.

Anforderungen der digitalen Transformation an Arbeit 4.0

Ob wir es wollen oder nicht, Unternehmen müssen sich verändern im digitalen Wandel. Ich erlebe es häufig bei Kunden, dass ihnen das große Angst macht. Sie wollen nicht wahrhaben, dass ihr Geschäftsmodell, das lange Zeit gut und erfolgreich lief, auf einmal von großen Techgiganten oder amerikanischen Startups bedroht wird.

Deshalb ist es wichtig, eine Veränderung im Unternehmen anzugehen. Nur wer die Hintergründe und Zusammenhänge der digitalen Transformation verstanden hat, kann auch an einer neuen Arbeitswelt mitwirken. Außerdem können Unternehmen sich so erstmal eine klare Vision schaffen, wie neue Geschäftsmodelle aussehen könnten. Die Herausforderung ist groß: es braucht digitale Modelle, den Blick auf veränderte Kundenbedürfnisse und neue Rollenverständnisse.

Beispiel: agiles Management im Content Marketing

Ein Beispiel für neue Rollenverständnisse ist das Projekt Management. Marketers müssen beim Content-Management nicht nur eine Aufgabe im Projekt verantworten, sondern leiten viele komplexe Prozesse gleichzeitig agil, siehe Abbildung.Agiles Management in Arbeitswelt 4.0

Viel Content bringt viel Erfolg klappt nicht. Die Inhalte müssen zielgruppengerecht und kundenrelevant geplant sein. Es braucht Texterkompetenzen und SEO-Kenntnisse. Im Bestfall kann ein Marketer also heute in viele Rollen gleichzeitig schlüpfen mit vielen Fähigkeiten. Dazu braucht er agiles Projekt Management - statt langer Abstimmungsschleifen

Der Arbeitsplatz 4.0 in der digitalen Transformation

Viele kennen den Arbeitsplatz als ein Büro: Ein Schreibtisch mit PC und Regale mit Aktenordnern. Da arbeitet man seine acht Stunden ab und fährt nach Hause. Im Zeitalter der Digitalisierung und Smart Devices verändert sich diese Definition zunehmend. Theoretisch haben wir unseren Arbeitsplatz jetzt immer mit dabei, weil wir eigentlich keinen stationären PC mehr brauchen. Unsere Mails, Social Media und sonstigen Programme sind immer öfter auch per Smart Phone oder Tablet abrufbar. Daher können wir im Grunde überall arbeiten. Aktenordner brauchen wir eh immer seltener.

So hat sich bei vielen auch das Bedürfniss nach einem individuellen Arbeitsplatz verändert. Der klassische Büro-Alltag wird langweilig. Wenn ich mich online ins Unternehmenssystem einloggen kann, kann ich arbeiten, wo ich will. Ob zuhause auf dem Sofa, im Freibad oder im Bus. Deshalb kann ich mir auch meine Zeit frei einteilen. Ich kann die Arbeit unterbrechen, solange Deadlines eingehalten werden und die Qualität stimmt. Das geht selbstverständlich nicht in jedem Job.

Gerade aber in "klassischen" Unternehmen ist das in den nächsten zehn Jahren der Trend. Dann zählt jedoch die Vernetzung der Kollegen. Social Media oder interne Chatprogramme werden immer öfter eingesetzt, weil sie schneller funktionieren als E-Mails oder Anrufe. Und wenn ein Wort die Arbeitswelt 4.0 beschreibt, dann ist es wohl: Flexibilität.

Digital Leadership für Führungskräfte

Der digitale Wandel und Arbeit 4.0 verändern auch die Führungskultur in Unternehmen. Führungskräfte benötigen individuelle Ansätze für Digital Leadership im digitalen Arbeitsumfeld. Das HR-Management will eine positive Reputation, Employer Branding und Resilienz der Mitarbeiter zur Zukunftsfähigkeit im digitalen Zeitalter sichern.Digital Leadership

  • Leadership in der digitalen Transformation: Der digitale Wandel beeinflusst zunehmend die Führungskultur in Unternehmen. Zudem verändert der Berufseinstieg der Digital Natives die Erwartungen an die Arbeitswelt, z.B. mehr Mitsprache im Unternehmen mit Kommunikation auf Augenhöhe. Aufgrund der zunehmenden Digitalisierung steigen die Anforderungen an Transparenz, Offenheit und Vernetzung.
  • Führungskräfte im digitalen Wandel: Führungskräfte und HR-Manager stehen vor der Herausforderung, die Anforderungen und Bedürfnissen jüngerer und älterer Mitarbeiter zu verbinden. Sie müssen Probleme klären sowie Krisen und Konflikte lösen. Zudem wollen sie Burn-out vermeiden sowie Employer Branding  fördern. Sie müssen Spielregeln für die digitale Arbeitswelt definieren.
Fazit: Mit Tablet,  Smartphone, WLan und Internet sind wir in einer flexiblen und schnelllebigen Arbeitswelt angekommen. Dank der technischen Ausstattung ist Arbeiten jetzt und in Zukunft überall und immer nach individuellen Vorlieben möglich. So muss es, meiner Meinung nach, auch sein, um mit der digitalen Transformation mithalten zu können und gleichzeitig auf das sich weiter verändernde Bewusstsein seiner Mitarbeiter einzugehen. Auch die Führungskonzepte müssen sich verändern. Digitale Kompetenzen müssen ausgebildet werden. Dieser Beitrag ist Teil der Blogparade #BetterWork.

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Tags: Digitale Transformation, Arbeit 4.0

Über Prof. Dr. Claudia Hilker

Prof. Dr. Claudia Hilker

Prof. Dr. Claudia Hilker lehrt Marketing an der Fresenius Hochschule. Als Unternehmensberaterin, Beirat und Aufsichtsrat begleitet sie Unternehmen im digitalen Wandel. Ihr qualifiziertes Team sorgt für die fachgerechte Umsetzung der Maßnahmen. Als Bestseller-Autorin schreibt sie Marketing-Fachbücher. Als Speaker spricht sie auf internationalen Events über die digitale Business Transformation.

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Hilker Consulting has 4.5 of 5 stars | 78 Bewertungen auf ProvenExpert.com

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