Als Social Media Expertin habe ich das Netzwerk Xing lange in meinen Büchern, Seminaren, Blogbeiträgen und Vorlesungen empfohlen. Doch die Xing Entwicklung der letzten Jahre enttäuscht mich. Deshalb bin ich nicht mehr bereit, Premium-Gebühren für fehlende Premium-Leistungen zu zahlen. Meine Reflexion ist mit Enttäuschung vermischt, weil ich erkenne, dass das deutsche Xing im internationalen Wettbewerb der Social Media Netzwerke an Attraktivität verliert. Wie sehen Sie das?

Aktuelle Xing Entwicklung

Als Social Media Expertin nutze ich natürlich viele Netzwerke. Seit Anfang 2009 bin ich Xing Premium Mitglied. Für meine unternehmerische Praxis ist es hilfreich, mich mit Interessenten und Kunden zu vernetzen. Wir bleiben in Kontakt und können dazu Statusmeldungen teilen. Der Terminkalender erinnert mich, Glückwünsche auszusprechen. Einige Events sind für mich interessant. Zudem habe ich auch eigene Gruppen und Event, die über Xing manage, wie den Social Media Club Düsseldorf.

XING hat lediglich vor einiger Zeit beschlossen, die Kontakte nicht mehr zum Download freizugeben. Bislang funktionierte das über Outlook Connectoren recht gut, die Kontake ins eigene Outlook System zu integrieren. Damit verliert Xing einen großen Nutzwert für mich, denn nun komme ich nur noch über Xing an meine 6.130 Kontakte. Anbei mein Xing Profil.

Xing

Seit einiger Zeit kann ich über Hubspot keine Beiträge für Xing mehr teilen, denn sie haben die API-Schnittstelle geblockt. Unbegreiflich sind mir diese unternehmerischen Entscheidungen bei Xing. Eine Digital-Strategie, die Kunden glücklich macht, sieht anders aus. Die Xing-Strategie triggert meine Schmerz-Punkte an, die Freude-Effekte vermisse ich.
Vor kurzem kam die innovative Botschaft, dass man jetzt über Xing auch Bilder teilen kann. Wahnsinn! Bei Facebook kann man seit 8 Jahren Bilder in die Status-Meldung eingeben. Wie kann man als Social Media Netzwerk so spät dran sein und es zugleich als vermeidliche Innovation kommunizieren? Vorsicht, Kunden sind nicht so dumm, wie viele glauben, denn sie vergleichen.

Fragwürdige Xing Entscheidungen

Die aus meiner Sicht falschen strategische Xing Entscheidungen der letzten Jahre sind:

  • Sperrung der API Schnittstelle für Statusmeldungen für Automationstools wie Hootsuite, während alle anderen internationale Social Media Netzwerke wie Facebook, Twitter und Instagram dies zulassen.
  • Intransparente Auswahl der Insider bezüglich Qualifikationen, auch auf Nachfragen liefert keine transparente Aussagen dazu.
  • Sperrung zum Export der Kundendaten zu anderen Tools wie Outlook, während andere internationale Social Media Netzwerke wie LinkedIn zulassen.
  • Späte Integration von Funktionen wie Bilder in der Status-Meldung, während dies bei Facebook seit circa 8 Jahren möglich ist.
  • Fokus auf Coaches, während andere internationale Social Media Netzwerke wie LinkedIn komplette Business Suites anbieten mit vielen Services für Marketing, Vertrieb, Sales und Weiterbildung durch eine Akademie, siehe Abbildung unten.
linkedin business

Vergleich zu anderen Social Media Netzwerken

  • Geburtstagsgrüße schreibe ich lieber über Facebook, es macht dort mehr Spaß persönliche Grüße zu teilen. Im Chat führe ich schnelle spontane Dialoge, wo mir Mails zu schwerfällig und langsam erscheinen.
  • Visuelle Inspirationen hole ich mir über Instagram oder über Google Bildersuche.
  • Bei LinkedIn kann ich mir meine fast 8.000 Kontakte einfach runterladen. Dort gibt es viele wirksame Tools für Unternehmen zur Mitarbeiter-Suche, Sales Navigator für Vertrieb und Marketing Angebote siehe Beitrag: Content Marketing für LinkedIn.

LinkedIn Content Marketing

Xing macht Kündigen schwer

Um es auf den Punkt zu bringen: Ich habe meine Xing Premium nach 9 Jahren gekündigt. Xing ist dafür bekannt und berüchtig, nicht gerade glimpflich mit Kündigern umzugehen. Wer seine kostenpflichtige Mitgliedschaft bei Xing per Online-Formular gekündigt hat, muss das in einer E-Mail noch einmal bestätigen - und muss sonst weiter zahlen. Die Verbraucherzentrale NRW hat das Unternehmen darum erfolgreich abgemahnt.

Xing wurde durch Verbraucherzentrale NRW abgemahnt

Die Verbraucherzentrale NRW hielt die Bestätigungs-Nachricht für irreführend und hat die Xing AG deshalb abgemahnt – mit Erfolg. Das Karriere-Netzwerk hat eine Unterlassungserklärung abgegeben und sich verpflichtet, künftig solche Kündigungsbestätigungen nicht mehr anzufordern.Das Bürgerliche Gesetzbuch sieht nicht vor, dass eine Kündigung nochmals bestätigt werden muss. Es reicht aus, dass eine einmal erklärte Kündigung dem Vertragspartner zugegangen ist.
Die Verbraucherzentrale NRW rät deshalb dazu, Zahlungsaufforderungen zu widersprechen, wenn zuvor wirksam eine Kündigung erklärt wurde und dabei notfalls hartnäckig zu bleiben. Darüber hinaus sollten Sie vorzugsweise nicht per Online-Formular kündigen, da Sie die Erklärung selbst nicht ohne weiteres speichern können. Besser ist es, per Brief, Fax oder E-Mail zu kündigen und um Bestätigung zu bitten. So haben Sie im Streitfall Belege. Sollte Xing das bei Ihnen machen, melden Sie sich dort!

Wie geht Xing mit Premium Kündigungen um?

Seit meiner Kündigung nimmt die Error-Schleife ihren Lauf. Diese Einblendung stört erneut mich penetrant an prominenter Stelle.
Xing Kündigung
Der Störer-Textkasten lautet: "Schade, dass Sie Ihre Premium-Mitgliedschaft gekündigt haben. Diesen Bereich können Sie als Basis-Mitglied nach dem Ablauf Ihrer Premium-Mitgliedschaft am 20.06.2019 nicht mehr nutzen. Ziehen Sie Ihre Kündigung jetzt einfach zurück. Als Dankeschön verlängern wir Ihre nächste Premium-Laufzeit gratis um 2 Monate." Ist es empfehlenswert, Kündiger durch Sperrbalken zu stören? Wenn ich Dienste bei Amazon oder Netflix kündige, habe ich keine lästigen Sperrbalken.
Der Umgang mit abtrünigen Kunden durch "Bestrafungen" also Störung in der Anwendung und in der Usability schadet Xing im Image. Das zeitgemässe kundenzentrierte Marketing akzeptiert Kunden-Entscheidung, es sanktioniert nicht, sondern agiert beratend. Dafür reicht es, wenn das Angebot mit dem Termin irgendwo dezent erscheint, ohne Störungen zu verursachen.

"XINGs Beschränkungen für Nichtzahler werden immer krasser, wirken fast schon verzweifelt und schrecken mich persönlich eher ab", meint auch Alexa Wackernagel in der LinkedIn Diskussion.

Relevante Social Media Kanäle mit Nutzen-Potenzial

Meine Empfehlung: Überlegen Sie Ihrer Social Media Strategie, welche Kanälle Sie für welchen Nutzen-Potenziale als Unternehmer möchten. Diese Überlegung muss jeder Unternehmer für sich führen. Die Nutzen-Argumente für Xing Premium haben über die Jahre für mich an Attraktivität verloren. Für mich als Unternehmerin hat LinkedIn in den letzten Jahren gewonnen, weil es viele Tools wie den Sales Navigator gibt, die für mich hohe Nutzen-Potenziale haben. Lassen Sie uns über LinkedIn vernetzen :-)
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