18 March 2018

Share Economy revolutioniert Machtverhältnisse: Staat, Wirtschaft, Politik



Nach der kritischen Betrachtung des Themas in der Blogserie Share Economy stellt sich die Frage: Bedeutet Share Economy das Ende des Konsums oder des Kapitalismus? Oder ist es eher eine innovative Weiterentwicklung? Ich denke: Share Economy revolutioniert die Machtverhältnisse im Staat, in der Wirtschaft und in der Politik. Lesen Sie mehr dazu in diesem Beitrag. Die komplette Serie erhalten Sie in unserem kostenfreien Whitepaper Sharing Economy.

Peer-to-Peer statt Shareholder Value

Die Share Economy ist keinesfalls das Ende des Konsums oder des Kapitalismus. Sie ist eine Form der Entwicklung. Wirtschaft findet nicht mehr nur Top Down statt, sondern Peer-to-Peer, also unter Gleichen in dynamischen und komplexen Netzwerk-Strukturen. Die Industrie- hat sich zu einer Wissensgesellschaft entwickelt, wodurch Waren heutzutage effizienter und nachhaltiger genutzt werden können. Der Schwerpunkt liegt auf den Dienstleistungen, die erbracht und nicht hergestellt werden. Somit schafft die Wirtschaft mittlerweile Zugänge und Teilhabe, statt Eigentum (Burmann 2012).

Share Economy als innovative Weiterentwicklung

Bisher strebten Unternehmen lediglich nach dem Shareholder-Value, das kurzfristige Erfolge sucht wie gute Quartalszahlen. Die Folgen waren: vermehrte Schulden, Personalabbau und das fehlende Bewusstsein für den direkten Kundenkontakt. Unternehmen, die ein Peer-to-Peer Geschäftsmodell führen und demnach auf Shared Value Wert legen, sehen sich als Teil einer Gesellschaft und setzen auf Werte wie Kooperation, Vernetzung und Nutzen.

„Shared Value heißt, den eigenen wirtschaftlichen Erfolg in Abhängigkeit vom gesamtgesellschaftlichen Fortschritt zu sehen und sich so mit der eigenen Leistung an diesem zu beteiligen. Solche Unternehmen nutzen die eigenen Ressourcen und Stärken, um gleichzeitig ökonomische und gesellschaftliche Werte zu schaffen.“ (Burmann 2012) Denn es sind diese Werte, die eine Marke etablieren und ihr eine starke, vertrauenswürdige Identität verleihen. In solchen Unternehmen werden Führungskräfte zu proaktiven Managern, die suboptimale Arbeitsbedingungen als Probleme erkennen und dazu Verbesserungen suchen.

Share Economy revolutioniert die Machtverhältnisse

Bisher wurde der Besitz von Wissen oder Eigentum als Machtmittel und Herrschaftsinstrument genutzt. Doch die digitale Elite teilt: die Social-Media-User und die Web-2.0-Technologien sind die Treiber. Noch handelt es sich um ein Nischenphänomen. Doch mit steigenden Energie- und Rohstoffpreisen kann es sein, dass die Wirtschaft die Alternativen durch die Share Economy benötigt. Die Wirtschaft des Teilens braucht definierte Regeln am Markt, um allen Teilnehmern gerecht zu werden.

Viele Unternehmen erleben mit der Share Economy einen revolutionären Wandel: Aus anonymen Konsumenten werden proaktive Nutzer, die miteinander vernetzt online kommunizieren und Transaktionen betätigen. Der Konsument speist aktiv seine Güter in den Kreislauf des Tauschens, Teilens und Mietens ein - entweder aus Überzeugung, um Geld zu verdienen oder einfach beides. Viele Experten diskutieren, ob die Share Economy gut oder schlecht sei. Dazu sind Untersuchungen der gesellschaftlichen Folgen von Geschäftsmodellen der Sharing Economy notwendig.

Wie steuert der Staat die Share Economy?

Einige der großen Player der Share Economy wie Uber verstehen sich als disruptive Unternehmen, die mit Innovationen traditionelle Geschäftsmodelle zerstören und Regeln wie Gesetze brechen. Gleichzeitig vertreten sie eine liberale Ideologie: je weniger Regeln, desto besser. Der Staat muss sich dazu positionieren und ein Regelwerk erarbeiten, das die positiven Seiten der Sharing Economy fördert und die negativen Seiten, wie das Missachten von Arbeitsrecht, Steuerschlupflöcher oder Sicherheitsrisiken regelt.

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Share Economy revolutioniert das Marketing

Die neuen Internetplattformen werden aufgrund wachsender Nachfrage der digitalen Elite weiter wachsen. Letztlich entscheidet der Konsument, welchem Anbieter am Markt er vertraut. Ziel im Marketing muss es sein, den Code für das neue Konsumentenverhalten der digitalen Elite zu entschlüsseln und von den Erkenntnissen zu profitieren sowohl in nachhaltiger, als auch in sozialer und finanzieller Hinsicht, um Gewinne zu erwirtschaften.

Wichtig ist für das Marketing, hinter dem neuen Konsumentenverhalten die Menschen mit den neuen Werten zu entdecken. Der Einfluss weltweiter gesellschaftlicher Entwicklungen auf das Wertemuster muss reflektiert werden, um Erkenntnisse für Produkt-Entwicklung, Marketing, Kommunikation und Vertrieb nutzbar zu machen. Nur so bleiben Unternehmen auf Dauer auch in Zukunft weltweit wettbewerbsfähig. Lesen Sie mehr dazu im Whitepaper Share Economy.

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Tags: Share Economy

Über Prof. Dr. Claudia Hilker

Prof. Dr. Claudia Hilker

Prof. Dr. Claudia Hilker lehrt Marketing an der Fresenius Hochschule. Als Unternehmensberaterin, Beirat und Aufsichtsrat begleitet sie Unternehmen im digitalen Wandel. Ihr qualifiziertes Team sorgt für die fachgerechte Umsetzung der Maßnahmen. Als Bestseller-Autorin schreibt sie Marketing-Fachbücher. Als Speaker spricht sie auf internationalen Events über die digitale Business Transformation.

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