19 February 2014

Pulse Wallet statt Geldbörse



Mit der eigenen DNA bezahlen – das meint Pulse Wallet. Warum nicht? Neben dem herkömmlichen Bar oder mit Plastik zahlen, gibt es immer wieder innovative Zahlungsalternativen, wie die Selbstzahlerautomaten oder das Mobile Payment. Warum also nicht selber die Kreditkarte sein und per Handscan schnell und einfach seinen Einkauf erledigen?

Woher kommt die Pulse Wallet?

Die Pulse Wallet stammt von dem japanischen Technologiekonzern Fujitsu und setzt auf biometrische Identifikation. Darunter fällt zum Beispiel auch der Iris- oder Fingerabdrucksscan, der normalerweise bei Zugangskontrollen zum Einsatz kommt. Die Technologie hinter der Pulse Wallet nennt sich Palm Secure und konzentriert sich, wie der Name schon verrät, auf unsere Handflächen.

Wie funktioniert die Pulse Wallet genau?

Palm Secure arbeitet mit einem Venen-Biometrie-Sensor mit dem die Venenstruktur in den Handflächen gescannt wird. Dabei erkennt der Sensor über fünf Millionen Punkte, die dafür sorgen, dass unser Handabdruck sowie unsere DNA einzigartig sind. Machen Sie sich hier ein Bild:

Beim ersten Einkauf in einem Unternehmen mit Palm Secure wird Ihre Hand gescannt und dann einer Ihrer EC- oder Kreditkarten zugeordnet. Zusätzlich geben Sie noch aus Sicherheitsgründen Ihre Telefonnummer an und schon sind sie so registriert, dass Sie bei jedem weiteren Einkauf in diesem Unternehmen ganz einfach per Handscan zahlen können.

Was sind die Merkmale der Pulse Wallet?

  • Sicherheit: Fujitsu betont vor allem die Sicherheit von Palm Secure. Bedenken, dass Abdrücke Ihrer Handfläche nachgefertigt werden können, seien unbegründet. Die extreme Anzahl an Identifikationspunkten trägt dazu bei, dass Palm Secure in 99% der Fälle die richtige Identifikation durchführt und die mit angegebene Telefonnummer deckt den einen Prozent im Zweifelsfall ab. Zudem wäre das Hacken von Palm Secure kaum brauchbar, da eine Venendatenbank, wie sie hier zum Einsatz kommt, normalerweise nicht im Besitz eines Hackers zu finden ist. Der kann also mit diesen Daten rein gar nichts anfangen.
  • Schnelligkeit: Im Gegensatz zu einem Iris- bzw. Fingerabdrucksscan braucht Palm Secure nur eine halbe Sekunde um Ihre Handfläche zu erkennen und die angegebene Kreditkarte zu authentisieren.
  • Einfachheit: Sie scannen Ihre Produkte ein, legen einmal schnell die Handfläche auf den Scan und schon können Sie einpacken und nach Hause fahren. So schnell kann der Einkauf gehen. Kein Portemonnaie muss aus der Tasche geangelt werden, keine Karte gesucht werden, kein Pin muss im Gedächtnis bleiben, nur Ihre Hand, die sollte frei sein für den Scan.

Zukunftsausblick

Das Pulse Wallet- bzw. Palm Secure-System soll es bereits an einigen Geldautomaten in Japan und Brasilien geben und auch Zugangskontrollen in großen Firmen steigen vom Auge auf die Hand um. Neben dem Einkauf soll Palm Secure auch auf anderen Märkten zum Einsatz kommen, wie zum Beispiel in Hotels als Schlüsselersatz.

Diesen Monat startet erst einmal ein 3-6 monatiger Beta-Test in ausgewählten Unternehmen, der dann darüber entscheidet, ob die Pulse Wallet unseren Geldbeutel ersetzt und damit ein nächster Schritt zum technologischen Menschen wird.

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Tags: Strategie, Trends, Banken, pulse wallet

Über Prof. Dr. Claudia Hilker

Prof. Dr. Claudia Hilker

Prof. Dr. Claudia Hilker lehrt Marketing an der Fresenius Hochschule. Als Unternehmensberaterin, Beirat und Aufsichtsrat begleitet sie Unternehmen im digitalen Wandel. Ihr qualifiziertes Team sorgt für die fachgerechte Umsetzung der Maßnahmen. Als Bestseller-Autorin schreibt sie Marketing-Fachbücher. Als Speaker spricht sie auf internationalen Events über die digitale Business Transformation.

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