28 August 2016

Digitalisierung: Versicherungen haben keine digitale Strategie



Was zeigt das aktuelle Bain-Benchmarking “Die digitale Versicherung der Zukunft”? Versicherungen mangelt es an Lösungen zur Umsetzung des digitalen Wandels. Fast die Hälfte der Versicherer hat keine Strategie für den digitalen Wandel. Dabei möchten fast 80 Prozent der Kunden in naher Zukunft bereits mindestens einen digitalen Kanal für versicherungsbezogene Interaktionen nutzen. Versicherungen benötigen in der digitalen Strategie ein digitales Zielbild mit Roadmap sowie eine Analyse der Chancen und Risiken.

Die digitale Versicherung der Zukunft

Die Datenanalyse muss die Versicherungsbranche demzufolge dramatisch erhöhen. Lebensversicherer erhöhen ihre Ausgaben für Big-Data-Analytics jährlich um 24 Prozent und Sachversicherer gar um 27 Prozent. Die Ausgaben für IT lägen demnach bei Lebensversicherern bereits in drei bis fünf Jahren bei bis 5,5 Prozent des Gesamtumsatzes. Bei Sachversicherungen machten diese bis zu 4,1 Prozent aus. Im Online-Vertrieb sieht die Branche laut Bain ebenfalls immenses Potenzial. Den Anteil der Abschlüsse für Lebensversicherungen können die Unternehmen hier von derzeit acht auf 15 Prozent fast verdoppelt. Noch optimistischer die Prognosen für die Sachversicherung. Hier könnte der Anteil im gleichen Zeitraum von zehn auf 23 Prozent steigen.

Die Digitalisierung der Versicherung in der Zukunft

Weltweit kämpfen Versicherer mit Ausmaß und Geschwindigkeit der Digitalisierung. Darüber hinaus drängen immer mehr Start-ups aus der Technologieszene und junge Unternehmen in die Versicherungsmärkte. Diese machen sich mit ihrem Angebot das Interesse der Verbraucher an digitalen Alternativen zunutze. Auch reagieren sie damit auf deren Unzufriedenheit mit traditionellen Serviceangeboten und Tarifstrukturen.

Die Begeisterung der Kunden für digitale Wege im Versicherungsgeschäft lässt sich nicht zuletzt auf Erfahrungen aus anderen Branchen wie Einzelhandel oder Telefonie zurückführen. Laut einer Bain-Studie aus dem Jahr 2014, bei der rund 160.000 Versicherungsnehmer in 18 Ländern befragt wurden, liegt der Anteil digital aktiver Kunden weltweit zwischen 35 und 70 Prozent – Tendenz steigend. In den kommenden drei bis fünf Jahren wollen durchschnittlich 79 Prozent der Verbraucher digitale Kanäle für Interaktionen mit ihrem Versicherer nutzen. Dies reicht von der Informationsbeschaffung über den Service bis hin zur Schadensmeldung.

Internationale Entwicklungen zur Digitalisierung in der Assekuranz

Dabei gibt es deutliche Unterschiede zwischen den Ländern sowohl in Ausmaß und Geschwindigkeit der Digitalisierung – hier liegt Deutschland im Mittelfeld – als auch bei den von Kunden gewünschten Schwerpunkten wie Information, Kauf und Serviceleistungen. Die internationalen Anbieter müssen ihr Vorgehen deshalb an den unterschiedlichen Grad der Nachfrage in den Regionen anpassen. Ungeachtet dessen haben die meisten Führungskräfte in der Versicherungsbranche erkannt, dass sie mehr in digitale Technologien investieren müssen.
Fazit: Noch besteht Unsicherheit dahingehend, wo begonnen und wie vorgegangen werden soll, um die digitale Innovation geordnet voranzutreiben und die Organisationen neu zu strukturieren. Die Ergebnisse der weltweiten Bain-Studie unter 70 Sach- und Lebensversicherern zeigen, dass es vielen Anbietern an Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zur Umsetzung des digitalen Wandels mangelt. Rund 60 Prozent der Unternehmen fehlen demnach noch zentrale Elemente für eine erfolgreiche digitale Transformation. Dazu gehören ein klares digitales Zielbild inklusive Fahrplan oder ein umfassendes Verständnis der Risiken. Führungskräften von Versicherern müssen den Stand der digitalen Entwicklung in der Branche besser verstehen. Davon hängt es ab, wie die Entwicklung und die Umsetzung der digitalen Strategien in den nächsten drei bis fünf Jahren verläuft. Die folgende Infografik öffnet sich mit einem Mausklick.
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Tags: Digitalisierung, Versicherungen, Finanzdienstleister

Über Dr. Claudia Hilker

Dr. Claudia Hilker

Dr. Claudia Hilker ist Marketing-Expertin und berät mit ihrer Unternehmensberatung Hilker Consulting ihre Kunden in der digitalen Content Marketing Kommunikation. Zu den Leistungen zählen: Strategie-Beratung, Umsetzung und Begleitung − als Beirat, Interimsmanager, Projektleiter, Agentur. Dr. Claudia Hilker gibt Seminare, Workshops und hält Vorträge. Als Autorin hat sie neun Marketing-Bücher sowie eine nebenberufliche Dissertation über Social-Media-Marketing geschrieben. Bei Interesse an einer Zusammenarbeit schreiben Sie mir eine E-Mail: [email protected]. Oder rufen Sie mich an: +49(0)177-6057849.

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