17 October 2016

Digitalisierung: Kommunikation im Unternehmen



Unternehmen können ohne eine transparente und gut geführte Kommunikation in der Digitalisierung nicht bestehen. Für Geheimnisse und lange Abstimmungswege ist die Digitalisierung zu schnelllebig. Sie läuft in Echtzeit und braucht daher auch Kommunikation in Echtzeit. Das Handelsblatt hat vor kurzem die Ergebnisse einer Umfrage der Uni Leipzig und der PR-Agentur Fink & Fuchs veröffentlicht. Damit wurde die Kommunikationsarbeit von mittelständischen Unternehmen untersucht. Das Problem liegt, laut Umfrage, in der Chefetage.

Kommunikation ist nicht gleich Kommunikation

Die Umfrage zeigt, dass in Sachen interne und externe Kommunikation viele Führungskräfte noch sehr begrenzt Denken und sich von Ängsten blockieren lassen. 90 Prozent der Befragten wissen, dass eine gute Kommunikation wichtig ist, aber nur die Hälfte setzt sie auch gezielt im Unternehmen ein. Lediglich 10 Prozent haben eine langfristige Kommunikationsstrategie. Viele Führungskräfte besitzen zwar einen unternehmerischen Instinkt, ihnen fehlt es jedoch an Weiterdenken in Sachen Kommunikation. Für sie ist es dabei mit guter Kundenkommunikation getan und darum kümmert sich das Marketing. Doch die interne Kommunikation ist ebenso wichtig und hängt von allen Abteilungen ab. Viele Führungskräfte haben allerdings Angst, dass Firmengeheimnisse nach außen dringen, wenn zu viele Mitarbeiter über bestimmte Vorgänge Bescheid wissen. Das Damoklesschwert der negativen Berichterstattung schwebt über ihnen. Doch mit diesem Denken ist es schwierig die Motivation der Mitarbeiter aufrecht zu halten. Es ist also wichtig, mit internen oder externen Kommunikationsprofis zu arbeiten, die die richtige Strategie entwickeln und durchführen.

Wertschöpfung durch Kommunikation

Eine gute Kommunikation dient der Wertschöpfung. Gerade in der Digitalisierung werden dadurch neu definierte Ziele, wie Reputation, Marken- und Employer Branding sowie Unternehmenskultur unterstützt. Zudem dient sie dazu, Trends zu identifizieren und eine Beziehungspflege mit Meinungsmachern und Multiplikatoren in der Mediengesellschaft zu etablieren. Im operativen Bereich fördert Kommunikation die Leistungserstellung durch mehr Produktivität und Effizienz. Das hat die Uni Leipzig bereits in einer Studie 2013 gezeigt.
 
Kommunikation in der Digitalisierung
Studie 2013: Unternehmenskommunikation aus der Perspektive des Top-Managements (Quelle: Universität Leipzig)
 
Bei einer gut funktionierenden Kommunikation geht es darum die Motivation der Mitarbeiter, Kunden und Partner zu informieren, die Reputation aufzubauen, interne bzw. externe Perspektiven zu schaffen und gemeinsam Krisen zu bewältigen. Doch wie muss die Kommunikation in der Digitalisierung aussehen?

Neue Kommunikation in der Digitalisierung

Es geht nicht einfach nur darum sich auszutauschen, Mitarbeiter einzuweihen und, sie nach ihrer Meinung zu fragen. Die Kommunikation muss dem neuen Medienverhalten angepasst werden. Das heißt: jeder kann jederzeit alles abrufen und kommentieren, egal wo und auf welchem Gerät. Das alte Weg, dass die Geschäftsführung die Abteilungsleiter informiert und dann ausgewählte Mitarbeiter, ist vorbei. Jetzt ist es wichtig, dass sich Mitarbeiter zu Mitarbeiter schnell und jederzeit austauschen können. Dabei helfen Intranets, die es auch in vielen Unternehmen bereits gibt. Viele nutzen sie für Neuigkeiten und allgemeine Rundmails. Sie sollten aber auch in die Projektarbeit einbezogen werden. Mitarbeiter können das Intranet untereinander zur Interaktion nutzen, ihre Fortschritte für die Teamarbeit bereitstellen und gemeinsam Entscheidungen treffen. Das Unternehmen kann üer das Intranet Mitarbeiter informieren und Wissen vermitteln. Somit wird die Kooperation und Flexibilität gefördert. Damit ein Intranet die interne Kommunikation fördern kann, braucht es auch Kommunikationsexperten, die alle anderen an die Hand nehmen.

Merkmale der Kommunikation in der Digitalisierung

Es gibt vier wesentliche Merkmale, die transparente Kommunikation mit sich bringt:
  1. Digitale Unternehmen brauchen kommunikative Mitarbeiter, damit Leistungen erbracht und ausgeschöpft werden können.
  2. Führungsmodelle ohne Hintergrundinformationen und transparente Einsicht sind überholt. Kommunikation gelingt über Kontext und Feedback.
  3. Die Kooperation wird gefördert, wodurch der kulturelle Wandel im Unternehmen voran getrieben wird.
  4. Expertenwissen aus allen Abteilungen (z.B. IT, Marketing, HR, Geschäftsleitung...) wird vereint. Damit stehen immer alle relevanten Inhalte zur Verfügung, um das bestmöglichste Kundenergebnis zu erzielen.
Fazit: Kommunikation im Unternehmen ist unausweichlich. In der Digitalisierung ist sie sogar wichtiger denn je. Es braucht aber die richtige und zum Unternehmen passende Kommunikationsstrategie. Gerade im Denken eingefrorene Führungskräfte müssen sich dafür öffnen und ihre Ängste ablegen.
 
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Tags: Kommunikation, Digitalisierung

Über Prof. Dr. Claudia Hilker

Prof. Dr. Claudia Hilker

Prof. Dr. Claudia Hilker lehrt Marketing an der Fresenius Hochschule. Als Unternehmensberaterin, Beirat und Aufsichtsrat begleitet sie Unternehmen im digitalen Wandel. Ihr qualifiziertes Team sorgt für die fachgerechte Umsetzung der Maßnahmen. Als Bestseller-Autorin schreibt sie Marketing-Fachbücher. Als Speaker spricht sie auf internationalen Events über die digitale Business Transformation.

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