13 April 2016

Digitalisierung in der Krankenversicherung



Jeder fünfte Deutsche nutzt mittlerweile Wearables, vor allem Gesundheitsapps. Für 2015 schätzen Marktforscher von Statista das Geräte-Angebot auf 72,1 Millionen Wearables weltweit. Dem Markt wird bis 2019 ein weiteres deutliches Wachstum mit Smartwatches und Fitness-Tracker vorausgesehen, siehe Beitrag: Die Zukunft der Wearables. Was müssen Versicherungen im Einsatz von Wearables in der Krankenversicherung beachten?

Projekte in der Digitalisierung mit Wearables

Digitalisierung KrankenversicherungWearables bieten viele Vorteile. Insbesondere wird damit der Kundenkontakt verstärkt und die Eigenständigkeit im Kundenservice erhöht. Die Qualität der Kommunikation steigt und es können schneller Lösungen gefunden werden, weil alle Kanäle als direkter Touchpoint für Kunden zur Verfügung stehen. Auf der anderen Seite tauchen Risiken auf, wie Datenschutz und technischer Risiken, z.B. Abhängigkeiten für Versicherungen, Partner wie Ärzte und Kunden auf. Versicherungen drohen schnell in die Kritik zu geraten, wenn die Voraussetzungen fehlen wie: verständliche Kommunikation der ethischen Grundlagen zur Daten-Sicherung fehlen. Mehr im Beitrag: Big Data und Wearables: Versicherungen in der Kritik.

Neue Kundentypen entstehen

Durch die Wearables ist ein neuer Nutzertyp entstanden – der “digitale Hypochonder” ist ein Onliner, der sehr aktiv im Internet nach medizinischen Informationen sucht, Risiko-Tests auswertet, Diagnosen überprüft und sich online an die Einnahme von Medikamenten bzw. die Wahrnehmung von Vorsorgeuntersuchungen erinnern lässt. Doch er ist auch besorgt um den Datenschutz. Er muss in der Kommunikation entsprechend berücksichtigt werden.

Digitalisierung der Techniker Krankenkasse

Auch die Techniker Krankenkasse geht mit dem Ansatz zur Digitalisierung in der Krankenversicherung mutig um. Wie erfolgreich der Ansatz ist, das werden die Ergebnisse zeigen wie:

  • Nutzungszahlen (App-Download und Einwilligung zur Datenübernahme)
  • Nutzungsintensität (Frequenz und Länge)
  • Feedback der Nutzer durch Kundenzufriedenheitsmessungen mit Bewertungen (NetPromoterScore).

Chancen und Risiken zur Digitalisierung in der Krankenversicherung

Die Chancen und Risiken von Wearables müssen von Krankenversicherungen sorgfältig abgewogen und deren Einsatz und deren Daten-Analysen verständlich an die Anwender kommuniziert werden. Welche Handlungsempfehlungen gibt es zur Digitalisierung in der Krankenversicherung? Erst wenn folgende Aspekte gelöst und ein vertrauensvoller Umgang mit Kundendaten gewährleistet ist, dann ist eine Versicherung für den Einsatz von Wearables gewappnet.

  1. Versicherungen sollten den Trend für Wearables nutzen, um die Chancen der Digitalisierung wahrzunehmen. Doch dafür müssen sie sich den Herausforderungen stellen. Sie müssen sich das Vertrauen ihrer Kunden sichern durch eine offensive Kommunikation zum ethischen Datenschutz.
  2. Über Wearables sowie digitale Nutzung kommen Versicherungen mit vielen Kundendaten in Kontakt. Deshalb sollten Versicherungen den Rahmen für den Datenschutz offen legen, zum Beispiel wie die Daten genutzt, wo die Daten gespeichert und wie sie vor Hackern geschützt werden.
  3. Versicherungen müssen auch interne Herausforderungen durch Antworten auf folgende Fragen klären: Wird die technologische Aufrüstung im digitalen Wandel Arbeitsplätze kosten oder neue aufbauen? Ziehen alle Abteilungen an einem Strang oder wollen einige die Veränderungen aufhalten?

Fazit: Die Digitalisierung der Versicherungen ist nicht aufzuhalten. Der Trend zur Nutzung von Wearables macht deutlich, dass es mit der Digitalisierung neue Einflüsse auf das Kunden-Kaufverhalten gibt. Besonders im Umgang mit Kundendaten müssen Unternehmen – ob Versicherungen, Banken oder andere Branchen – den unternehmerischen Umgang mit Daten transparent, ehrlich und nachvollziehbar kommunizieren. Sie müssen respektvoll und fair mit den Daten umgehen, so dass daraus beidseitiger Nutzen gezogen werden kann. Nur dann gelingt der Tausch: Daten gegen Mehrwerte.

Tags: Digitalisierung, Versicherungen, Finanzdienstleister

Über Prof. Dr. Claudia Hilker

Prof. Dr. Claudia Hilker

Prof. Dr. Claudia Hilker ist Unternehmensberaterin für Digital Marketing Kommunikation und berät Unternehmen in der Strategie-Entwicklung mit Full-Service. Qualifizierte Mitarbeiter sorgen für die fachgerechte Umsetzung der Maßnahmen. Claudia Hilker gibt Management-Workshops, schult Führungskräfte in Digital Leadership und ist Keynote-Speaker. Sie schreibt als Bestseller-Autorin Marketing-Fachbücher und bloggt über Marketing-Kommunikation, Social-Media-Marketing. Sie hat ihre nebenberufliche Dissertation über Social Media geschrieben und lehrt als Professorin Marketing an der AMD Akademie. Lassen Sie uns vernetzen: Twitter, Google+, Facebook, Xing, LinkedIn, Newsletter.

ProvenExpert

Hilker Consulting has 4.5 of 5 stars | 78 Bewertungen auf ProvenExpert.com

Eigene Bücher

Übersetzung

Letzte Beiträge

Facebook

Twitter