Logo - Hilker Consulting

Hilker Consulting - Die Unternehmensberatung zum Digitalen Marketing | +49 211 6000-614 | +49 177 6057-849 | info@hilker-consulting.de

30 July 2015

Share Economy - ein Blick in die Praxis (5/6)



Nach der theoretischen Auseinandersetzung zum Thema Share Economy lässt sich im folgenden Beitrag die aktuelle Entwicklung der Share Economy anhand einzelner Beispiele aus der Praxis aufzeigen.

Share Economy Beispiel Airbnb

 

Airbnb, Quelle: Facebook-Page

Ein erstes Beispiel ist Airbnb, eine Community für Menschen, die Übernachtungen mit Buchung über das Internet anbietet mit über einer Millionen Angebote in 34.000 Städten aus 190 Ländern. Hotels können mit diesen Preisen nicht standhalten. Privatanbieter treten als Mitbewerber zu kommerziellen Anbietern an und der Erfolg von Airbnb überrascht, wenn man potenzielle Risiken wie Vandalismus bedenkt. (Airbnb 2015)

Carsharing: Nicht neu, zählt aber auch dazu

Ein zweites Beispiel ist das Carsharing. Die Preise bei einer klassischen Autovermietung sind hoch. Als Folge stehen viele der Wagen täglich bis zu 23 Stunden an einem Ort, ohne genutzt zu werden. Das ist eine große Verschwendung, da Unterhaltskosten trotzdem anfallen (Burmann 2012). Das Peer-to-Peer Carsharing birgt hier neue Möglichkeiten. Unternehmen wie car2go oder tamycar (Take my car) ermöglichen es Privateigentümern ihre Autos inklusive einer Vollkaskoversicherung an andere Nutzer zu verleihen. So lässt sich auch verhindern, dass nicht mehr Autos als in einer Stadt zugelassen, innerhalb der Stadtmauern genutzt werden. Und dieses Angebot lohnt sich. Zurzeit kann zum Beispiel tamycar 5.000 Fahrzeuge und 190.000 Nutzer vorweisen (Minis 2013). Die Entwicklung des Carsharings zeigt sich anhand der folgenden Grafik:

 

Quelle: SZ Grafik zit. Bundesverband Car-Sharing (2012) Quelle: SZ Grafik zit. Bundesverband Car-Sharing (2012)

Die Vorteile des Carsharings sind dabei beachtlich. Carsharing ersetzt ungefähr sechs private Autos und reduziert den CO2-Ausstoß erheblich. Hinzu kommen die Entlastung des städtischen Verkehrs und die Verringerung der benötigten Parkplätze. Außerdem ergeben sich Vorteile für jeden einzelne Nutzer. So lassen sich mit Carsharing finanzielle Kosten erzielen und eine individuelle Mobilität entfalten (Gossen 2012).

Pumpipumpe: Geräte leihen in der Nachbarschaft

Ein drittes Beispiel aus der Praxis zeigt sich mit Pumpipumpe. Diese Plattform will einen bewussten Umgang mit Konsumgütern und soziale Interaktion in der Nachbarschaft bewirken. Das Verleihen von Dingen, die man nur selten braucht, soll gefördert werden. Dazu zählen beispielsweise Werkzeuge und Küchengeräte wie: Stabmixer und Pasta-Maschine. In jedem Haushalt gibt es Produkte, die man nur selten braucht und gerne einmal ausleihen würde. Gleichzeitig wäre man manchmal froh, sich Dinge, die man nur ab und zu benötigt, einfach kurz ausleihen zu können – statt sie teuer zu kaufen und dann wieder ewig lange in den Keller oder Abstellraum zu stellen, wo der Platz immer enger wird. Ziel von Pumpipumpe ist es, leihfreudige Nachbarn und deren Gegenstände sichtbar zu machen und die gemeinsame Nutzung von Konsumobjekten zu fördern. Das geschieht mit kleinen Aufklebern am Briefkasten, wo Nachbarn täglich vorbeigehen. Sie können so direkt miteinander in Kontakt treten, sich Velopumpe, Akkubohrer oder ein Fondue-Set ausleihen, lernen sich auf diese Weise besser kennen und können sich den Gerätekauf sparen. Pumpipumpe arbeitet nicht profitorientiert und sucht unermüdlich nach Partnern, die das Projekt unterstützen. Zudem hat “Pumpipumpe” bereits einige Preise gewonnen, wie den Bundespreis Ecodesign.

Hamburger Getränkehersteller Premium

Das vierte Praxisbeispiel ist Premium. Dieser führt seine Marke mit verschiedenen Interessengruppen. Angefangen hat das Unternehmen aus der Interesse heraus, die veränderte Rezeptur der Marke „Africola“ aufzudecken. Daraus entwickelte sich 2001 eine Gemeinschaft, die selbst Getränke herstellte. Das Unternehmen Premium Cola entstand mit der obersten Priorität – dem Kunden. Somit erklärte sich die Marke bereit Produktionsfehler zu veröffentlichen und ein CO2 Ausgleich für Transporte einzuführen. Auch das hierarchielose Betriebssystem trägt zum kollaborativen Arbeiten bei. Arbeitsprozesse werden über Mailinglisten organisiert und Entscheidungen im Konsens getroffen. Selbst die Meinung des Endkunden wird gewichtet (Burmann 2012).

Tipps zum Open Source-Unternehmen

Sechs Tipps damit es gelingt:

  1. Oberziel setzen: Zum Beispiel eine kundennahe Wirtschaft
  2. Konsistente Umsetzung aller Beteiligten
  3. Transparenz: Fehler und Informationen müssen freigegeben werden und man muss in den Dialog mit den Kunden treten, um deren Wünsche in die Produktion aufzunehmen
  4. Filter offen legen: Keine Kommunikationswege dürfen verschlossen sein.
  5. Gespräche füttern: Nur die gemeinsame Kommunikation über ein Unternehmen etabliert eine Marke. Somit sollte mit nachhaltigen Themen für Gesprächsstoff gesorgt werden.
  6. Taten statt bloße Worte: Es zählt was man tut. Premium Cola ist zum Beispiel nicht auf Gewinn und Wachstum aus, sondern auf die Versorgung aller Beteiligten. Daher lehnen sie Kredite ab und stehen großen Abnehmern kritisch gegenüber. Es ist wichtig auch in seinen Handlungen das umzusetzen, was verkündet wird. Premium zeigt damit eine von vielen Möglichkeiten der zunehmenden Vernetzung und Kollaboration auf (Burmann 2012).

Nach den fünf Beiträgen der Blog-Serie zum Thema Share Economy möchten wir im abschließenden sechsten Beitrag das gesammelte Wissen zusammen tragen und ein erstes Fazit ziehen.

Literatur:

Airbnb (2015): Über uns, https://www.airbnb.de/about/about-us, Abruf: 06.03.2015.

Burmann, Christoph et al. (2012): Identitätsbasierte Markenführung - Grundlagen - Strategie -Umsetzung - Controlling, Wiesbaden, S. 269-273.

Gossen, Maike (2012) Nutzen statt Besitzen. Motive und Potenziale der internetgestützten gemeinsamen Nutzung am Beispiel des Peer-to-Peer Car-Sharing. Schriftenreihe des IÖW 202/12, Berlin. ISBN-Nr: 978-3-940920-05-8. Online verfügbar: http://www.ioew.de/uploads/tx_ukioewdb/IOEW_SR_202_Nutzen_statt_Besitzen.pdf. Abruf: 06.03.2015.

Download Whitepaper: Share Economy

Weitere Beiträge zum Thema

> Share Economy: Teilen statt besitzen

> Share Economy: Experten-Interview mit Claudia Hilker

> Share Economy: Mehr Wohlstand für alle

Tags: Share Economy, Blog, Marketing

Über Dr. Claudia Hilker

Dr. Claudia Hilker

Dr. Claudia Hilker ist Unternehmensberaterin zur Digitalisierung. Als Inhaberin von „Hilker Consulting“ entwickelt mit ihrem Team Digital Strategien, um den Geschäftserfolg ihrer Kunden zu steigern. Auch die Umsetzung und Begleitung im Change Prozess als Beirat, Coach und Speaker zählt dazu. Dr. Hilker gibt Workshops, Seminare und hält Vorträge und Vorlesungen. Sie hat als Bestseller-Autorin neun Fachbücher geschrieben und ihre nebenberufliche Promotion über Social Media erfolgreich abgeschlossen. Mehr: www.hilker-consulting.de

ProvenExpert

Hilker Consulting has 4.5 of 5 stars | 78 Bewertungen auf ProvenExpert.com

Eigene Bücher

Übersetzung

Facebook

Twitter